Durchs Grüne spaziert

Die Palette der Freizeitgestaltung meiner Freunde ist heute vielfältiger denn je: Klavier spielen, Fahrrad fahren, Kochen, Lesen, Origami, … Unpraktisch an all diesen Tätigkeiten sind eine gewisse materielle Investition in entsprechende Hilfsmittel. Wenn ich einmal ein leeres Zeitfenster habe, brauche ich nichts mehr als – mich. Ich bin passionierte Spaziergängerin.

An den vielen Teichen lässt es sich ganz hervorragend spazieren. Foto: BSM/Gerald Grote

An den vielen Teichen lässt es sich ganz hervorragend spazieren. Foto: BSM/Gerald Grote

Nichts entschleunigt meinen Kopf mehr, als einfach nur zu gehen und ganz im Moment zu sein. Ich gehe gerne zu Fuß und ein Rückblick in die Geschichte zeigt – auch epochenübergreifend befinde ich mich in bester Gesellschaft. Bereits im Barock nutzten Adlige das sogenannte Lustwandeln durch Gärten und Parks als Zeitvertreib oder um soziale Kontakte zu knüpfen. Im 18. Jahrhundert fand auch das erstarkte Bürgertum Gefallen am Flanieren und Promenieren. Das kann man in Braunschweig zum Beispiel prima im Schloss Richmond – Park nachempfinden. (Es handelt sich dabei übrigens um einen der frühesten Landschaftsgärten in Norddeutschland, der 1768 angelegt wurde.) Hier erkennt man noch die geplanten Sichtachsen, insbesondere vom Schloss ausgehend. Auch wenn die umgebende Natur mit einbezogen wurde und wird, auf mich wirkt die Parkanlage doch sehr „ordentlich“. Ich mag es gerne ein wenig naturbelassener.

Wussten Sie, dass Libellen ihre Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen können? So können sie abrupt die Richtung wechseln. Foto: BSM/Gerald Grote

Wussten Sie, dass Libellen ihre Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen können? So können sie abrupt die Richtung wechseln. Foto: BSM/Gerald Grote

Mein absoluter Favorit, um der zweibeinigen Fortbewegung zu frönen, ist und bleibt daher Riddagshausen. Als Lütte, die gerade laufen konnte, habe ich hierhin mit meinen Eltern regelmäßig Ausflüge unternommen und die Enten gefüttert. (Heute weiß ich, dass Brot plus Teich gleich böse Algen ergeben, also bitte nicht nachmachen! J) Von Mai bis September ist Hochsaison, da steppt der Bär im Naturschutzgebiet. Um intellektuell gestärkt aus dem Ausflug herauszugehen, lohnt sich die Anschaffung eines handlichen (Achtung Streberalarm) Bestimmungsbuchs zu Flora und Fauna. In jedem von uns steckt ein kleiner Entdecker, der nur auf seinen Einsatz wartet. Markenzeichen des Gebiets sind definitiv die extrem entspannten Enten und Gänse.

Die Gänseschar ist immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Foto: BSM/David Taylor

Die Gänseschar ist immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Foto: BSM/David Taylor

Letztere werden gerne mal ein wenig zudringlich in der Hoffnung, etwas Fressbares abzugreifen. Sie lassen sich von keinem Fußgänger oder Radfahrer auf der Welt von ihrem Mittagsschläfchen am Rande des Weges abhalten. Elf Teiche warten darauf umrandet zu werden. Leicht versteckt gegenüber eines freien Feldes gibt es einen kleinen mit ordentlich Schilf versetzten Tümpel, den Froschteich. Hier kann ich mich stundenlang bäuchlings auf den Steg legen und die kleinen Hüpfer beobachten. Wer denkt da noch an den Berg Bügelwäsche zu Hause? Zur anschließenden Einkehr empfiehlt sich die muggelige Teestube „Is Teetied“. Neben leckeren ayurvedischen Teesorten, stehen auch Kaffee und Kuchen zur Stärkung bereit.

Zum Schluss gibt es noch einen Internettipp zum Thema „Durch die Löwenstadt zu Fuß“: Hier finden Sie Rundgänge online, um die Innenstadt auf eigene Faust zu entdecken.

(Artikelfoto: Gerald Grote)

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