50 Shades of Green

In diesem Frühling, der sich entweder wie Winter oder Sommer anfühlt, nutze ich jede Gelegenheit, um draußen zu sein. Für den am Sonntag geplanten Ausflug nach Wolfsburg war deshalb klar: Bei gutem Wetter radeln wir!

Wolfsburg und Braunschweig verbindet ein ganzes Netz an Radwegen, drei besonders schöne Routen mit Sehenswürdigkeiten am Wegesrand hat der ADFC Braunschweig für die Aktion Radfahren verbindet ausgearbeitet. Wir wählen die schnelle und direkte Route – immerhin noch gut 30 Kilometer.

Von Braunschweig und Wolfsburg und zurück. Unserer Route in der App. Foto: BSM

Von Braunschweig und Wolfsburg und zurück. Unserer Route in der App. Foto: BSM

Die Radtour soll uns durch Querum, Dibbesdorf und Wendhausen über Lehre, Flechtorf und Mörse nach Wolfsburg führen und ist eine Teilstrecke des „Drei-Seen-Triathlons“ aus der Radfahrkarte „Braunschweig und Umgebung“, die ich mein Eigen nenne. Bewaffnet mit eben dieser Karte und mobiler Unterstützung in Form der App Outdooractive machen wir uns auf den Weg.

Weil wir in unterschiedlichen Ecken Braunschweigs wohnen, treffen wir uns am Braunschweiger Residenzschloss. Die Reiterstandbilder vor dem Schloss grüßend, steigen wir in die Sättel unserer Drahtesel und radeln Richtung Staatstheater Braunschweig, das wir einmal umrunden.

Weiter geht es Richtung Stadtpark, den wir rechts liegenlassen und durch das östliche Ringgebiet nach Gliesmarode fahren. Die für die Innenstadt typischen Häuser aus der Gründerzeit weichen Einfamilienhäusern. Als wir aus dem Querum Forst herausfahren, passieren wir saftig grüne Felder und Pferdewiesen. Am Horizont leuchten die ersten Rapsfelder gelb in der Mittagssonne. Irgendwie passend, schließlich sind Gelb und Grün die Farben des Querumer Wappens.

Das satte Gelb der Rapsfelder wird uns bis Wolfsburg begleiten, unterbrochen nur von grünen Feldern, Wiesen, Sträuchern und Blumen am Wegesrand und im Wald. Mir wird bewusst, wie viele unterschiedliche Grüntöne der Mai hervorbringt – 50 Shades of Green.

Wir kreuzen Dibbesdorf und fahren weiter nach Wendhausen. Dort kommen wir am Wasserschloss Schloss Wendhausen mit seiner riesigen Parkanlage vorbei. Wer mag, kann hier einen Abstecher zur Holländerwindmühle machen, wir entscheiden uns aber weiterzufahren – schließlich liegt der Großteil des Weges noch vor uns.

Unsere erste Pause machen wir in Lehre. Vor der pittoresken Kirche in Lehre nehmen wir uns Zeit, im Gras sitzend auf die Karte zu schauen. Die Hälfte der Strecke ist geschafft, vor uns liegen noch rund 15 Kilometer bis zum Stadtzentrum Wolfsburg.

Die Hälfte des Weges markiert die Kirche in Lehre. Hier tanken wir Kraft für die Weiterfahrt. Foto: BSM

Die Hälfte des Weges markiert die Kirche in Lehre. Hier tanken wir Kraft für die Weiterfahrt. Foto: BSM

Durch genug Wasser und einen Schokoriegel gestärkt geht es weiter in Richtung Flechtorf. Hier wird es anstrengend, das Dorf liegt auf einem Hügel und als gebürtige Emsländerin bin ich Hügel nun wirklich nicht gewohnt. Erschöpft müssen wir im Dorfkern angekommen eine zweite Trinkpause einlegen.

Wir überqueren die Landstraße 295 und fahren jetzt auf einer stillgelegten Straße entlang der Autobahn. Glücklicherweise ist die Strecke nun wieder flach, so dass mein Hollandrad und ich entspannt weiterfahren können.

Die Abfahrt Wolfsburg fest im Blick. Foto: BSM

Die Abfahrt Wolfsburg fest im Blick. Foto: BSM

Weiter geht es durch Mörse, ein kleines Dorf kurz vor unserem Ziel. Von hier aus kann man schon die ersten Hochhäuser in Wolfsburg sehen. Das Ziel vor Augen radelt es sich noch einfacher. Karte und Navigationssystem benötigen wir hier nicht mehr, wir folgen den grünen Radwander-Schildern in Richtung Wolfsburg Zentrum. Wir passieren das Theater und das Planetarium und fahren zum Kunstmuseum Wolfsburg.

Dort angekommen gönnen wir uns in einer nahe gelegenen Eisdiele ein Eis – redlich verdient. Als passionierte Radfahrerin sitze ich zwar gerne im Sattel, so lange Strecken wie die nach Wolfsburg fahre ich aber selten. Ein wenig schlendern wir noch durch die Wolfsburger Innenstadt – für einen Besuch im Kunstmuseum oder Planetarium sind wir allerdings zu verschwitzt. Und außerdem wartet auf uns die Rückfahrt – natürlich mit dem Rad, durch wunderschöne Landschaften, kleine Ortschaften und fünfzig Variationen von Grün.

Pause. Das Eis haben wir uns redlich verdient. Foto: BSM

Pause. Das Eis haben wir uns redlich verdient. Foto: BSM

Wer Lust hat, die Region mit dem Rad zu erkunden, dem empfehle ich am 5. Juni 2016 an einer der Touren von Radfahren verbindet teilzunehmen. Von Braunschweig gibt es in diesem Jahr Fahrten zum Bernsteinsee und nach Hornburg. Sie haben am 5. Juni keine Zeit? Der ADFC Braunschweig bietet viele Touren in die Umgebung an. Oder Sie erkunden die Region auf eigene Faust, ausführliches Kartenmaterial gibt es im Buchhandel. Alles rund ums Radfahren in Braunschweig sowie Portale zum Tourenplanen finden Sie auf dieser Seite. Gute Fahrt!

Hinterlassen Sie einen Kommentar

© Braunschweig Stadtmarketing GmbH (BSM)