Ein Plädoyer für mehr Vielfalt

Anlässlich des mittlerweile siebten Deutschen Diversity Tags, hat der Verein für sexuelle Emanzipation erstmals in der Löwenstadt den „Diversity-Talk“ am 28. Mai ausgerichtet. Im Zentrum der Diskussion stand das Thema Gleichberechtigung, wie Diversity nachhaltig in die Unternehmenskultur implementiert werden kann und welche Vorteile sich daraus für Unternehmen ergeben können. An der Gesprächsrunde nahm unter anderem auch Christian Bach, einer von zwei Geschäftsführern der Marketingagentur Steffen & Bach teil. Zuvor erklärte er mir, wie wichtig Diversität im Arbeitsalltag für uns alle ist.

Die Charta der Vielfalt

Für Christian Bach, Geschäftsführer der Marketingagentur „Steffen und Bach“, war das Thema Diversity von Anfang an keine Frage der Machbarkeit. „Für uns war es schon immer selbstverständlich. Wir haben auch schon sehr früh die Charta der Vielfalt unterzeichnet, weil uns bewusst wurde, dass wir das ja schon alles machen.“

Die Charta der Vielfalt ist eine Initiative, die im Dezember 2006 von verschiedenen Unternehmen ins Leben gerufen wurde und zum Ziel hat, die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Arbeitswelt in Deutschland voranzubringen. Dabei soll ein Arbeitsumfeld geschaffen werden, das frei von Vorurteilen ist und in dem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung oder Identität wertgeschätzt werden. Mittlerweile haben mehr als 3.000 Unternehmen und Institutionen die Urkunde der Initiative selbstverpflichtend unterzeichnet. Auch in der Löwenstadt gehören einige dazu.

Eine Frage der Umsetzung

Aber wie setzt man Gleichberechtigung im eigenen Unternehmen eigentlich um? Wichtig ist dabei vor allem eine offene Herangehensweise und viele Gespräche. „Natürlich können und wollen wir unsere Mitarbeiter nicht kontrollieren, das Wort Kontrolle mag ich generell nicht, aber wir haben den Auftrag für die Menschen da zu sein, ein offenes Ohr zu haben und jedem das Gespräch anzubieten“, erklärt mir Christian Bach. Natürlich ist es auch wichtig bei der Einstellung neuer Mitarbeiter, offen zu kommunizieren, dass man auf Vielfalt im Unternehmen Wert legt. „Neue Mitarbeiter sollten nicht nur fachlich, sondern auch emotional ins Team passen.“

Welchen Zugewinn ein Unternehmen durch gelebte Gleichberechtigung haben kann, ist für Christian Bach einfach aufzuzeigen: „In Zeiten des Fachkräftemangels ist es für Bewerber extrem relevant, wie offen und flexibel eine Firma aufgestellt ist. In unserer Branche ist Gleichberechtigung vielleicht etwas einfacher umzusetzen, als in anderen, weil wir hier oft mit den unterschiedlichsten Personen zusammenarbeiten und alle sehr tolerant sind.“

Dass das Thema Gleichberechtigung in anderen Unternehmen und Branchen deshalb bisher nicht angekommen ist, denkt Christian Bach aber nicht: „Viele Unternehmen leben das Thema Diversity auch schon, sie sagen es nur nicht oder sind sich dessen einfach nicht so bewusst.“

Die Löwenstadt als DiverCity

Um das Bewusstsein für das Thema Gleichberechtigung auch in Braunschweig noch mehr zu schärfen, ist Christian Bach froh, Teil des 1. DiverCity-Talks zu sein. „Es gibt viele Themen, die in Braunschweig noch besprochen werden müssen und große Unternehmen in der Region, die das Thema Diversity für wichtig erachten aber einfach noch nicht soweit sind.“ Deshalb war es für ihn auch keine Frage, den Verein für sexuelle Emanzipation bei der Organisation der Veranstaltung zu unterstützen. „Wir freuen uns, dass das Thema in Braunschweig an Fahrt aufnimmt und so viele verschiedene Teilnehmer, wie auch die Stadt Braunschweig, dabei sind. Das macht Spaß, aber es kann noch viel mehr passieren!“

Titelbild: Vielfalt macht stark. Foto: Tumisu/Pixabay

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