Blaumachen mal anders

Unsere Arbeitswelt befindet sich in einem rasanten Wandel. Dienst nach Vorschrift, „nine to five“ und der Arbeitsvertrags als lebenslange Ehe – das war gestern. Heute stehen für viele Berufseinsteiger vor allem Sinnhaftigkeit, Kreativität und Selbstbestimmung an erster Stelle. Und so schlagen immer mehr Kreative den Weg als Freiberufler ein oder gründen mit Freunden innovative Startups. Ihr Büro: überall dort, wo der Laptop steht, es WLAN gibt und eine Tasse Kaffee in Reichweite ist.

Hier kommen Coworking Spaces ins Spiel. Sie bieten die nötige Infrastruktur, eine kreative Arbeitsumgebung und dienen als Treffpunkt für Gleichgesinnte unterschiedlichster Berufe. Um der gestiegenen Nachfrage entgegenzukommen und neue Impulse für die Löwenstadt zu setzen, hat kürzlich das BLUEworking am Friedrich-Wilhelm-Platz seine Pforten geöffnet. Ich habe Office Managerin Ann-Kathrin Laabs an ihrem neuen Arbeitsplatz im Kultviertel besucht und mich über ihr Konzept unterhalten.

Viel Glas von außen: Das BlueWorking-Gebäude am Friedrich-Wilhelm-Platz. Foto: Stephen Dietl

Arbeiten mitten in der Stadt: Beim BlueWorking am Friedrich-Wilhelm-Platz möglich. Foto: Stephen Dietl

Die perfekte Arbeitsatmosphäre

Die Welt der „new work“ ist voller „buzzwords“ – bedeutungsvoll klingender Schlagworte, mit denen um sich geworfen wird, um zeitgemäß zu erscheinen oder mangelnde Inhalte zu kaschieren. Und so stellt manch einer kurzerhand ein paar Schreibtische auf, daneben einen Kicker-Tisch, verlangt dafür Miete und nennt es „Coworking Space“. Daher war ich zugegebenermaßen vorab ein wenig skeptisch, als ich mich auf den Weg zu Braunschweigs neuem Coworking Space machte. Zudem gibt es mit dem ZeitRaum, dem TRAFO Hub, dem DenkRaum und anderen Einrichtungen bereits gute Konzepte bei uns.

BlueWorking Office Managerin Ann-Kathrin Laabs. Foto: privat

BlueWorking Office Managerin Ann-Kathrin Laabs. Foto: privat

Doch als ich das BLUEworking im ersten Stock des LBS-Hauses in der Friedrich-Wilhelm-Straße betrete, wird mir sofort klar: Hier habe ich es nicht mit einem Schnellschuss zu tun. Vor mir präsentiert sich der sogenannte „Open Space“, der riesige, aber dennoch wohnliche Hauptraum des BLUEworking. Kein Großraumbüro, sondern vielmehr ein luxuriöses Wohnzimmer mit beflügelndem Ausblick auf den Friedrich-Wilhelm-Platz und den Alten Bahnhof. Ann-Kathrin Laabs hat bei der Einrichtung den perfekten Spagat geschafft zwischen gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre und stylischem Minimalismus, der Raum zum kreativen Atmen lässt.

Dieses Gespür für stilvoll-funktionale Inneneinrichtung zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Ort. „Ich habe großen Wert auf eine liebevolle Ausstattung und viele kleine Elemente gelegt, die anregend fürs kreative Arbeiten wirken“, erklärt mir die gelernte Hotelfachfrau, die seit sechs Monaten mit der Umsetzung des Projekts betraut ist. „Man muss einfach mal vorbeikommen und die Atmosphäre erleben.“

Fahrrad inklusive

Der Name BLUEworking nimmt Bezug auf die Unternehmensfarbe der Initiatorin der Einrichtung: Die Öffentliche Facility Management GmbH ist eine Tochter der Öffentliche Versicherung Braunschweig. Hier hat man vor zwei Jahren in einem Strategieprojekt überlegt, mit welchen innovativen Angeboten die Region bereichert werden könnte. „Ein Coworking Space erschien uns als eine tolle Möglichkeit, der Stadt einen zukunftsweisenden Mehrwert zu bieten“, erklärt mir Ann-Kathrin. Aber was genau macht so einen Ort denn nun überhaupt aus? „In einem normalen Büroverhältnis definiert der Raum deine Arbeit. Du wirst organisiert von der Art der Räumlichkeiten. In einem Coworking Space bestimmt hingegen deine Arbeit den Raum“, schwärmt die 31-Jährige.

Und so bietet das BLUEworking ganze 38 Arbeitsplätze und Arbeitsmöglichkeiten sowie mehrere separate Besprechungs- und Kreativräume, großzügig verteilt auf über 400 m² – Gemeinschaftsküche inklusive. Verschiedene Preismodelle erlauben maximale Flexibilität sowohl für den Freelancer, der nur mal eben spontan für ein paar Stündchen einen gemütlichen Sessel und WLAN braucht (und natürlich eine Tasse Kaffee), als auch das junge Startup, das hier per Jahresvertrag feste Büroarbeitsplätze samt Firmenadresse mietet. „Es muss sich auch nicht immer nur alles um digitales Business drehen. Bei uns ist wirklich jeder willkommen“, verspricht Ann-Kathrin, „vom Künstler bis zur Yoga-Lehrerin.“

Office-Golf und Fahrräder sollen die Coworking-Nutzer auf andere Gedanken bringen. Foto: Stephen Dietl

Wer eine Pause vom Denken braucht, kann im BlueWorking bei einer Runde Office-Golf oder einem Radausflug in den Park auf andere Gedanken kommen.
Foto: Stephen Dietl

Wie sehr Ann-Kathrin und ihr Coworking Space bereits im Kultviertel angekommen sind, zeigen auch diverse Kooperationen mit benachbarten Unternehmen, von Gastronomie für lockere Feierabend-Events zur Stärkung der Community bis hin zum neuen Braunschweiger Ableger des Fahrradverleihs Swapfiets: Wer im BLUEworking einen festen Arbeitsplatz mietet, darf sich jederzeit kostenlos eines der drei Swapfiets-Räder direkt vor der Haustür schnappen – ganz egal, ob zum Kundenbesuch oder Park-Picknick in der Mittagspause.

Informationen

BLUEworking
Friedrich-Wilhelm-Straße 41
38100 Braunschweig

info@blueworking.de
Tel.: 0151 – 10840011

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