Suchbegriff eingeben:

Ein Sommer zum Radfahren

Untere Hälfte ein grünes Maisfeld, obere Hälfte blauer Himmel mit weißen Schäfchenwolken. Am Horizont ist ein Dorf erahnbar.

Der Lieblingssport der Deutschen im Sommer 2020 ist … unangefochten das Radfahren! In meinem Umfeld haben gleich zwei Bekannte ihre Liebe zum Rennradfahren gefunden, statt Städtetrips planen viele nun Wanderradfahrten und an schönen Sommersonntagen hat man das Gefühl, ganz Braunschweig sei auf dem Ringgleis unterwegs. Und auch Petrus, so scheint es, ist den Radfahrern in diesem Jahr freundlich gestimmt: Der Sommer ist nicht zu heiß und nicht zu kalt, nicht zu naß und nicht zu trocken. Ein Sommer wie gemacht zum Radfahren.

Also schwinge auch ich mich in diesem Jahr häufiger nach Feierabend auf meinen himmelblauen Drahtesel, um Braunschweig und die Umgebung radfahrend zu erkunden. Dabei beginnt die echte Radfahrsaison in Braunschweig erst noch. Vom 30. August bis 19. September nämlich findet wieder das Stadtradeln statt. Dann heißt es, ordentlich Kilometer sammeln und so die Löwenstadt deutschlandweit an die Spitze fahren. Mehr als 1 Millionen Kilometer haben wir Radler*innen letztes Jahr erradelt und sind damit auf Rang 13 im Bundesvergleich gelandet. Ein tolles Ergebnis, aber ich wünsche mir für 2020 ein Platz unter den Top 10. Deshalb stelle ich Ihnen hier vier Touren vor, auf denen Sie ohne Anstrengung ordentlich Kilometer sammeln können.

Eine Tour durch den Elm

Nur wenige beherzte Tritte in die Pedale und schon entschwindet man dem Trubel der Stadt: Meine Lieblingsfahrradtouren führen von Riddagshausen in den Elm. Die sanfte Hügellandschaft mit den weiten Feldern, dann noch ein warmer Sommerwind – fast könnte man denken, man befinde sich in der Toskana und nicht im Braunschweiger Umland. Die alten Bauernhäuser mit ihrer üppigen Gartenpracht rufen sofort romantische Urlaubsgefühle hervor. Da ich weder ein Rennrad noch ein Fahrrad mit elektronischer Unterstützung mein eigen nenne, wähle ich als Touren in den Elm jeweils die mit der geringsten Steigung.

Untere Hälfte. Getreidefeld, obere Hälfte blauer Himmel und Schäfchenwolken. Am Horizont ein grüner Streifen, ein Turm ist erkennbar.
Mal eine andere Perspektive: Blick auf den Schöppenstedter Turm. Foto: BSM

Zum Beispiel eine Rundtour nach Lucklum: Von Riddagshausen geht es auf Wander- und Radwegen durch den Veltheimer Forst bis nach Klein Veltheim. Ein Stück befahre ich dabei sogar den berühmten Jakobsweg. Über Veltheim geht es dann nach Lucklum, wo im schönen Rittergut ein Café zur Pause einlädt. Nach einer Stärkung geht es zurück über Volzum (Achtung, hier ärgert eine kleiner Berg), Apelnstedt und Hötzum nach Rautheim.

Gartentische mit Stühlen im Vordergrund, umringt von alten, gemauerten Ställen.
Das Gut Lucklum lädt zur Pause ein. Achtung: Zur Zeit hat das Café nur sonntags zwischen 14:30 Uhr und 18:00 Uhr geöffnet. (Stand Sommer 2020). Foto: BSM

Ab in die Nachbarstadt: Wolfenbüttel

Ich weiß von einigen sportlichen Menschen, die täglich zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel mit dem Fahrrad pendeln. Ich hingegen nutze die gut ausgebauten Radwege lieber als Freizeitwege. Durch den Bürgerpark gibt es gleich zwei Radwege in unser Nachbarstädtchen Wolfenbüttel – einer mit viel Grün und eine kürzere Route. Natürlich entscheide ich mich für die grüne Route. Vom Bürgerpark geht es durchs Kennelgebiet zum Südsee, von dort zwischen Rüningen, Leiferde und Stöckheim entlang der Oker bis ins neue Baugebiet in Stöckheim. Dann muss die Autobahn überquert werden, anschließend geht es am nordwestlichen Rand Wolfenbüttels bis in den Stadtkern.

Nach einer Pause in dem Fachwerkstädchen geht es zurück – diesmal durch den Lechlumer und Stöckheimer Forst nach Mascherode. Und von dort durch die Südstadt und die Lindenbergsiedlung zum Hauptbahnhof Braunschweig.

Ein abgemähtes Getreidefeld im Vordergrund, daneben ein Radweg.
Auf dem Weg von Wolfenbüttel nach Braunschweig entdeckt man ganz ländliche Seiten der Löwenstadt. Foto: BSM

Auch in eine andere Nachbarstadt habe ich schon eine Fahrradtour unternommen. Mit meinem Kollegen bin ich nach Wolfsburg geradelt und habe auf dem Weg bestimmt 50 Varianten von Grün gesehen.

Durch die Büttels der Region

Nach Touren in den Osten oder Süden des Braunschweiger Landes führt mein dritter Tipp zum Radfahren in Richtung Norden. Bis in die Heide schaffe ich es an einem Nachmittag nicht, dafür entschädigt aber der Weg entlang des Mittellandkanals und die von Landwirtschaft geprägte Landschaft zwischen Braunschweig und Gifhorn. Über die Beethovenstraße und durch die Schuntersiedlung geht es für mich nach Kralenriede. In Bienrode biege ich rechts ab in Richtung Waggum, kurz bevor ich Waggum erreiche geht es aber links in den Wald nach Bechtsbüttel. Von dort nach Abbesbüttel und hinter der Marina an den Mittellandkanal. Hier geht es weiter, vorbei an bedächtig dahingleitenden Frachtschiffen bis ich Martinsbüttel erreiche. Dort verlasse ich den Weg am Kanal, schlage den Weg nach Wasbüttel ein und fahre bis nach Isenbüttel. Dort wartet auf der Terrasse des Hofcafé Meyer ein großes Stück selbstgebackener Kuchen auf mich.

Terrasse mit weißen Sonnenschirmen und vier Holztischen samt Stühlen.
Das Hofcafé Meyer lädt wochentags von 8:30 – 13:00 Uhr zum Frühstück oder frühen Kaffee und am Wochenende von 9:30 -13:00 Uhr und 14:30 – 18:00 Uhr zum Genießen ein. Foto: Hofcafé Meyer / Sebastian Dobrietz

Gestärkt geht es zurück aufs Rad, diesmal entscheide ich mich für den Weg über Gravenhorst und Ohnhorst nach Meine und von dort nach Abbesbüttel. Statt den Weg über Bechtsbüttel zurückzufahren, schlage ich jetzt den Weg nach Waggum ein. Der Weg führt am Flughafen vorbei nach Querum, von dort über Gliesmarode zurück in die Stadt.

Zur verdienten Eispause

Eine meiner Lieblingsstrecken für eine spontane sonntägliche Fahrradtour ist die nach Salzdahlum. Nicht nur die Strecke von Braunschweig in den Elm hinein – sie führt entlang saftiger Wiesen und Felder – ist schön, auch das Ziel ist überzeugend: das Eiscafé Eiszeit in Salzdahlum. Hier gibt es mit die leckersten Eisbecher der Region. Von Riddagshausen geht es über Rautheim südwestlich nach Apelnstedt. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Salzdahlum. In Salzdahlum angekommen, führt die Hauptstraße direkt zur Eiszeit. Aber auch so ist das Eiscafé nicht zu übersehen gewesen, die Menschen stehen bis auf den Gehweg Schlange. 

Der Rückweg führt mich über Mascherode, entlang der Südstadt durch die Lindenberg-Siedlung zurück in die Stadt.

Radfahren über Landstraßen: Zwei Radler auf einer geteerten Straße, an den Straßenrändern grüne Bäume und Felder.
Entlang saftiger Wiesen und Felder geht es Richtung Salzdahlum. Foto: BSM

Weitere Informationen zum Radfahren

Bevor Sie jetzt loslegen und in die Pedale treten, prüfen Sie noch einmal, ob Ihr Fahrrad auch sicher ist. Und falls Sie noch mehr Inspiration für Radtouren suchen: Auf dem Tourenportal des ADFC finden Sie verschiedene geführte Radtouren in und um Braunschweig, der braunschweiger forum e. V. bietet ebenfalls Touren an und auch die Seite des Stadtradeln Braunschweig sammelt Vorschläge für Fahrradrouten. Eine gute Übersicht über alle Angebote bietet die Seite Radfahren in Braunschweig.

In der Touristinfo Braunschweig, Kleine Burg 14, finden Sie einen Fahrradstadtplan, der das gesamte Braunschweiger Radverkehrsnetz mit Radrouten, Fahrradstraßen und straßenbegleitenden Radwegen zeigt. Neben dem Verlauf von Radfernwegen sind auch das Braunschweiger Ringgleis und der BLIK-Kleine-Dörfer-Weg abgebildet. Außerdem gibt es dort weitere hilfreiche Radartikel für Ihre nächste Fahrradtour.

Keine Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *. Bitte beachten Sie unsere Netiquette und unsere Datenschutzerklärung.