Ut’n grooten Pott

Ist er nicht schön, der Herbst? Die Sonne taucht die Stadt in ein warmes Licht und die Bäume werden mutig in ihrer Kleiderwahl und tragen ein wundervoll buntes Blätterwerk. Aber jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten und auch der Herbst zeigt sich manchmal gern nass, dunkel, ungemütlich und dunkelgrau statt goldgelb. Mein Tipp für etwas wohlige Wärme an trüben Tagen: Ein warmes Süppchen in der Mittagspause.

Da es in dieser Woche leider ziemlich viele solcher grauen Tage gab, führt mich mein Weg in der Mittagspause des Öfteren auf den Kohlmarkt. Hier befindet sich in dem kleinen, runden Gebäude eines ehemaligen Kiosks die Suppenbar „Ut’n grooten Pott“. Die Bar gibt es mittlerweile schon seit fast einem Jahr und erfreut sich bei den Braunschweigern großer Beliebtheit. Egal, ob man um 11 oder 16 Uhr über den Kohlmarkt läuft, eigentlich steht immer jemand an einem der vier Tische vor dem Bistro und schlürft ein Süppchen.

Jeden Tag gibt es ein ganz besonderes Suppenangebot.

Jeden Tag gibt es ein ganz besonderes Suppenangebot.

Die Tafel vor der Tür kündigt eine besondere Tagessuppe an. Heute im Angebot: Deftige Linsensuppe. Ein wahrer Klassiker unter den Suppen, den ich als Kind immer verschmäht habe, jetzt aber ganz gern esse. Ich betrete rasch den Laden, da es anfängt zu regen. Hier drinnen stehen an zwei Tafeln weitere Suppengerichte. Erbsen- und Gulaschsuppe sind fester Bestandteil der Speisekarte, außerdem gibt es immer eine vegetarische oder manchmal sogar eine vegane Suppe. Hinzu kommen regelmäßig wechselnde Angebote, die sich an den saisonal verfügbaren Waren orientieren. Wer möchte, bekommt zu seiner Suppe eine Scheibe frischen Brotes. Ich entscheide mich für eine kleine Portion der „Lauch-Kartoffel-Suppe“ und für einen Stehplatz im Bistro. Die Tische draußen sind zwar auch durch einen großen Schirm vor dem kühlen Nass von oben geschützt aber drinnen ist es heute doch etwas gemütlicher.

Portionen für den kleinen und den großen Hunger.

Portionen für den kleinen und den großen Hunger.

Die Bar ist zwar recht klein, durch die hellen Farben wirkt der Raum trotzdem freundlich und einladend. Die cremige Suppe schmeckt sehr gut, hat genau die richtige Temperatur und bringt die erhoffte Wärme an diesem schmuddeligen Tag in meinen Bauch. Während ich meine Suppe löffle, herrscht reges Treiben und gute Stimmung in dem kleinen Raum. Die Gäste sind alle entspannt und bedanken sich bei Abgabe ihrer Schüssel für das gute Essen. Die beiden Damen hinter der Theke versprühen beste Laune und scherzen mit ihren Kunden.

Geschäftsführer der Suppenbar ist Andreas Weichelt, Betreiber eines Wurstwarenstandes. Als er feststellte, dass nach einem Markttag immer Fleisch und Wurst übrig blieben, die am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden konnten, aber auch zu schade zum Wegschmeißen waren, kam er auf die Idee, daraus Eintöpfe und Suppen zu kreieren. Lange sucht er nach einem festen Standort für den Verkauf seiner Suppen. Als er dann sah, dass der Kiosk auf dem Kohlmarkt leer stand, beschloss er, die Gelegenheit zu nutzen und seinen kleinen Traum von der eigenen Suppenbar in die Tat umzusetzen. Die Idee, die ursprünglich aus einem rein praktischen Gedanken entstand, kommt bei den Braunschweigern sehr gut an. Die Gäste freuen sich auch über Abwechslung in ihren Schüsseln und greifen laut Andreas Weichelt am liebsten zu den wechselnden Tages- und Wochenangeboten. Ein Dauerrenner ist dabei die Hochzeitssuppe, die jeden Montag angeboten wird.

Die Schüsseln stehen bereit, um mit leckerer Suppe befüllt zu werden.

Die Schüsseln stehen bereit, um mit leckerer Suppe befüllt zu werden.

Am liebsten hätte ich ihm noch eines seiner Rezepte entlockt, aber die sind natürlich streng geheim und außerdem von der Menge her gar nicht für die heimische Küche ausgelegt. Oder steht in Ihrem Küchenschrank ein 50-Liter-Topf? Immerhin verrät er mir zwei Komponenten, die bei keinem seiner Rezepte fehlen dürfen: frische Zutaten und ganz viel Liebe.

Information

Ut’n grooten Pott
Montag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Kohlmarkt 20
38100 Braunschweig

(Alle Fotos: Braunschweig Stadtmarketing GmbH)

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