Südsee Ahoi!

Wissen Sie eigentlich, was ein Schotstek ist? Und haben Sie schon mal etwas von einer Halse gehört? Nein, nicht Hals – Halse! Bis Anfang des Jahres waren diese Worte für mich auch nur eine Reihung von Buchstaben. So langsam aber lerne ich meine Vokabeln, und zwar die des Segler-Lateins.

Herzliche Einladung: Am 2. und 3. Juni findet das Südsee-Fest statt, in dessen Rahmen der Segler-Verein auch seinen 50. Geburtstag feiert.  Foto: BSM

Herzliche Einladung: Am 2. und 3. Juni findet das Südsee-Fest statt, in dessen Rahmen der Segler-Verein auch seinen 50. Geburtstag feiert. Foto: BSM

Wie es manchmal im Leben so ist, kommen einem die wirklich guten Ideen abends in der Küche bei einem Gläschen Wein. Während ich mit meiner Mutter zusammensaß, hatte ich diesen Geistesblitz (das ist nicht übertrieben, das war wirklich einer!): „Ich mache einen Segelschein!“ Meine Mutter schaute mich schräg an: „Du wohnst in Braunschweig, mein Kind, wo willst Du denn da segeln?“ Auf dem Südsee! Dort hat der Segler-Verein Braunschweig seinen Sitz und das in diesem Jahr schon seit 50 Jahren. Am 28. Februar 1968 wurde der Verein, der mittlerweile 360 Mitglieder hat, gegründet. Die etwa 20 Ausbilder des Vereins bereiten die Schüler – in einem Jahr sind das etwa 50 bis 60 Erwachsene und 20 Kinder – auf ihre Prüfungen vor. Doch der Verein kümmert sich nicht nur um die Ausbildung der Schüler, sondern zum Beispiel auch um die Gewässerpflege des Sees, der sich im Besitz der Stadt Braunschweig befindet.

Viel Neues am Südsee

Gesagt, getan: Zwei Wochen später saß ich in meiner ersten Theoriestunde und lerne seitdem sehr viel über den Bau eines Segelschiffes, über Manöver, das richtige Verhalten in Notfallsituationen und auch Gesetze der Schifffahrt. Ohne Theorie geht es nun mal nicht, denn der SBF Binnen, wie man als Kenner sagt, oder auch Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen für die Antriebsarten Segel und Motor, ist eine amtliche Fahrerlaubnis zum Führen eines Sportbootes auf Bundeswasserstraßen im Geltungsbereich der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung. Ein richtiger Führerschein eben.

Anfang April gab es für mich schließlich die erste reale Begegnung mit einem Segelboot. Ich hatte mich zum Bootsaufbau angemeldet, bei dem die vereinseigenen Boote fit für die Saison gemacht werden. Das war eine sehr gute Entscheidung: Ich habe nicht nur neue Vereinsmitglieder kennengelernt, sondern konnte auch viele theoretische Begriffe endlich den einzelnen Bootsbestandteilen zuordnen, was meinem Verständnis sehr zugutegekommen ist. Mein Team und ich waren für die Conger „Tiramisu“ zuständig. Als Conger wird unter den Bootsklassen ein kleineres Boot für den Wander-, Regatta- und Freizeitgebrauch bezeichnet. Nachdem wir Tiramisu gereinigt und einen neuen Rumpfanstrich verpasst haben, ging es an den eigentlichen Aufbau des Schiffes. Zuerst haben wir den Mast aufgestellt und ihn mit Vor- und Achterstag sowie den Wanten gesichert, damit er nicht umfallen kann. Als es an die Anbringung der Schoten und Fallen ging – das sind die verschiedenen Leinen auf einem Segelboot – wurde es wirklich knifflig, denn davon gibt es einige und die wollen alle in der richtigen Reihenfolge durch Haken, Ösen und sonstige Befestigungsmöglichkeiten gezogen werden. Als alle Bauteile an Ort und Stelle waren, haben wir Tiramisu zu Wasser gelassen und zu ihrem Liegeplatz gebracht. Das war wirklich ein spannender Nachmittag für mich und hat meine Vorfreude auf das Segeln noch mehr gesteigert.

Ein Gefühl der Freiheit

Mit der unendlichen Weite des Meeres kann er nicht dienen, dafür aber mit einem saftig grünen Ufer. Foto: BSM

Mit der unendlichen Weite des Meeres kann er nicht dienen, dafür aber mit einem saftig grünen Ufer. Foto: BSM

Nachdem ich mittlerweile meine Theorieprüfung bestanden habe, befinde ich mich nun im praktischen Teil meiner Ausbildung. Dort lerne ich, das theoretische Wissen in den richtigen Momenten korrekt anzuwenden, damit ich nach den Sommerferien auch meine praktische Prüfung erfolgreich ablegen und schon bald meinen Sportbootführerschein in den Händen halten kann. Das Gefühl, das erste Mal auf einem Segelboot zu sitzen und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, ist einfach toll. Zwar ist der Südsee nicht das weite Meer, aber dennoch fühlt man sich total frei und kann den Stress des Alltags vollkommen hinter sich lassen. Für mich kam der Geistesblitz am Jahresanfang genau richtig und ich bin froh, dass ich mich für den Segelschein entschieden habe.

Am Südsee gibt es für Freunde von Flora und Fauna sehr viel zu entdecken. Foto: BSM

Am Südsee gibt es für Freunde von Flora und Fauna sehr viel zu entdecken. Foto: BSM

Wenn ich Ihnen mit meinem Beitrag Lust auf einen Segelkurs gemacht habe, dann schauen sie doch gleich auf der Internetseite des Vereins nach, wann der nächste Kurs startet. Eine gute Möglichkeit, den Sport, den Verein und seine Mitglieder kennenzulernen, ist auch das Südseefest am 2. und 3. Juni, bei dem neben Essen, Trinken und guter Musik auch ein Schnuppersegeln angeboten wird. Ahoi!

Segler-Verein Braunschweig e.V.
Schrotweg 113
38122 Braunschweig
info@svbsev.de
www.svbsev.de

 

Beitragsbild: An der nördlichen Spitze des Südsees ist der Segler-Verein Braunschweig e.V. beheimatet. Foto: BSM

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