Ein Herz für Polartiere

„Wir sind das Risiko eingegangen – zum Glück!“ findet Louisa Görs, die mit Lars Larsen vor einem Jahr das Braunschweiger Modelabel POLARHERZ gründete. Die beiden Mittzwanziger sitzen mir an einem kühlen Novembernachmittag gegenüber. Als sie auf das erste Jahr ihrer Modelinie zurückschauen, sind sie hier und da selbst noch ganz überrascht: „Nie hätten wir gedacht, dass unsere Designs so gut ankommen. Es war schließlich ein Projekt, das wir nebenbei für uns angefangen haben“, erinnert sich Lars Larsen zurück: „Die erste Zeit war auch wirklich anstrengend, weil wir unsere gesamte Freizeit in Polarherz gesteckt haben“. Er selbst arbeitet Vollzeit als Web-Entwickler und Louisa Görs studiert im Master Medienwissenschaften an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig. Während sie mir bescheiden und doch ein wenig stolz von POLARHERZ erzählen, wird mir klar: Ihre Zeit investieren sie gerne, weil sie ihr Projekt lieben.

Lars Larson und Louisa Görs von Polarherz. Foto: Desiree Schober

Lars Larsen und Louisa Görs von POLARHERZ. Foto: Desiree Schober

Es war ein langgehegter Traum: Eigene Designs auf Textilien bringen, eine eigene Marke gründen, selbstständig und kreativ arbeiten. Für Louisa und Lars steht aber auch der Aspekt des Umwelt- und Tierschutzes im Zentrum. Deshalb spenden sie für jedes verkaufte T-Shirt 50 Cent an Tier- und Umweltschutzprojekte. Damit nicht genug: „Auch die Arbeiter, die an der Produktion der Textilien beteiligt sind, liegen uns am Herzen. Daher sind unsere Produkte Fair Trade zertifiziert und aus Bio-Baumwolle“, erzählt Louisa Görs.

Um die Idee zu realisieren, brauchte es neben Mut und Zeit auch die richtigen Motive. „Der Prozess von der Idee bis zum fertigen Motiv ist schwer zu beschreiben“, sagt Lars Larsen. Bis zum fertigen Design des charakteristischen Fuchs „Larson“, der so weit stilisiert ist, dass er nur noch aus geometrischen Linien besteht, vergingen drei Monate: „Wir arbeiten so lange daran, bis wir beide zufrieden sind“, erzählt der gebürtige Däne. Das Zeichnen übernimmt dabei er, egal ob im Skizzenblock oder digital auf dem Tablet und Laptop. Inspirationsquellen sind für ihn die Stadt, Serien und die Tierwelt: „Die Idee für unsere Qualle „Phil“ kommt aus einer Meeresdokumentation“, erklärt er. Auch mit anderen Künstlern und Designern arbeitet POLARHERZ zusammen: „Wir sind immer auf der Suche nach kreativen Menschen, die Lust haben, mit uns ein Motiv zu entwickeln“, so Lars Larsen.

Ein Herz für Bären, Hunde und Quallen: Die Jutebeutel von POLARHERZ sind in der Makery zu sehen.

Ein Herz für Bären, Hunde und Quallen: Diese Jutebeutel von POLARHERZ sind in der Makery im Magniviertel zu sehen. Foto: BSM

Wenn eine Bestellung eintrifft, druckt Louisa Görs das gewünschte Motiv selbst per Hand. Dafür haben sich die beiden extra eine Siebdruckmaschine angeschafft, deren Bedienung am Anfang eine ganz schöne Herausforderung war. „Wir wussten: Das möchten wir alleine machen, haben es aber bis jetzt noch nie professionell gemacht. Deshalb habe ich monatelang geübt und bin inzwischen echt routiniert. Nachdem ich den Druck mit einer Heißfixierung haltbar gemacht habe, kommt das noch warme T-Shirt in seine Versandverpackung und macht sich auf den Weg zum Kunden“, erzählt die Medienwissenschaftlerin. Indem sie nur auf Anfrage produzieren, möchten POLARHERZ dem aktuellen Trend zur „Fast Fashion“ etwas entgegensetzen. „Wir testen unsere fertigen Drucke außerdem ausgiebig, bis wir sichergehen können, dass sie auch halten. Wir möchten keine Wegwerf-Mode machen, die nur wenige Wäschen übersteht“, erklärt Louisa Görs. Zudem ist die verwendete Druckfarbe biologisch abbaubar und vegan.

Beim Siebdruck kommt es auf die Technik und das Fingerspitzengefühl an. Foto: Polarherz

Beim Siebdruck kommt es auf die Technik und das Fingerspitzengefühl an. Foto: POLARHERZ

Für die Zukunft stecken die zwei voller Ideen: „Bald kommt ein neues Motiv, der Wolf „Floki“. Außerdem sind wir gespannt, wie unsere neuen Hoodies ankommen. Und wir möchten mit POLARHERZ gerne auf noch mehr Festivals und Messen dabei sein, uns hat das Verkaufen beim Summertime Festival in Wolfenbüttel letztes Jahr richtig Spaß gemacht, weil wir viele interessierte Kunden kennengelernt haben“, verrät Lars Larsen.

T-Shirts, Hoodies und Beutel von POLARHERZ gibt´s im No Limits Store in der Münzstraße, bei Jojeco im Magniviertel und online unter polarherz.de.

Titelbild: In der Makery ist eine ganze Wand den T-Shirts und Jutebeuteln von POLARHERZ gewidmet. Foto: BSM

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