Waldeslust

Ob im Sommer als Schattenspender, im Herbst für die Kastaniensuche oder um im Winter einen Schneespaziergang zu machen – ich bin einfach gerne im Wald. Und in der Löwenstadt habe ich viele Möglichkeiten, meiner Waldeslust zu frönen. Umso schöner ist es, dass es sich die Gerald und Jürgen Maue-Stiftung aus Braunschweig zur Aufgabe gemacht hat, naturnahe Wälder zu fördern und zu unterstützen. Gerald Maue, sein Bruder Jürgen Maue und Bettina Krause von der Bürgerstiftung stellen mir ihre Arbeit in einem Interview vor.

Familiäre Atmosphäre: Der Stiftungsrat von 2013 bis 2016, bestehend aus (v.l.) Gerald und Jürgen Maue und Anja Groth. Foto: Privat

Familiäre Atmosphäre: Der Stiftungsrat von 2013 bis 2016, bestehend aus (v.l.) Gerald und Jürgen Maue und Anja Groth. Foto: Privat

Die Förderung der Gerald und Jürgen Maue Stiftung begann im Jahr 2014 mit dem Projekt „Waldforum – Juniortage“ des Fördervereins Waldforum Riddagshausen. Was hat Sie dazu bewegt, diese Stiftung ins Leben zu rufen?
Wir beschäftigen uns schon seit über 12 Jahren mit der Idee, eine Stiftung zu gründen. Uns ist es wichtig, eine Mitverantwortung für die Gestaltung und Förderung des Gemeinwesens und die nachhaltige Bewahrung der Schöpfung, insbesondere der naturnahen Wälder, zu übernehmen.

Sie fördern die Juniortage, bei der Kinder mit zertifizierten Waldpädagogen auf Entdeckungsreise gehen und das Naturschutzgebiet Riddagshausen erforschen und erleben können. Warum haben Sie dieses Projekt als Start gewählt?
Das Waldforum Riddagshausen und der dazugehörige Förderverein leisten schon seit Jahren sehr gute Arbeit. Die Idee der Juniortage hat uns gleich begeistert: Kinder und Jugendliche lernen spielend mit der Natur umzugehen. Wenn man erst einmal erkennt, was man sieht, hört und fühlt, fällt es einem schwer, das wieder selbst zu zerstören. So beginnt im Kleinen die Nachhaltigkeit.

Aus welchen Gründen möchten Sie den Lebensraum Wald unterstützend fördern?
Wir wollen gegen den Raubbau und die Ausnutzung des Waldes arbeiten und so das Fortbestehen unserer natürlichen Umgebung sichern. Dazu gehören einerseits der Erhalt von nicht bewirtschafteten Waldflächen und andererseits die Schaffung eines nachhaltigen Bewusstseins für unsere Umwelt, unserem direkt anvertrauten Lebensraum.

Die Gerald und Jürgen Maue Stiftung ist bei der Bürgerstiftung angesiedelt. Was war Ihre Motivation, dies zu tun?
Wir haben uns anfangs gescheut, eine rechtlich selbstständige Stiftung zu gründen, da wir noch nicht wussten, was an Arbeit auf uns zukommt. So haben wir in der Bürgerstiftung Braunschweig einen Treuhänder gefunden, der uns bei den ersten Hürden geholfen hat. Es war uns auch wichtig, in dem direkten Lebensumfeld unserer Geburtsstadt, der Stadt und Region Braunschweig, einen kompetenten Partner für unsere Stiftungsgründung zu haben. Dadurch haben wir viel über das Stiftungswesen gelernt und wollen nunmehr „erwachsen“ werden: Wir werden in näherer Zukunft die Stiftung in eine rechtlich selbstständige Stiftung umwandeln, um besser für die kommenden Herausforderungen in der vielfältigen Stiftungsarbeit, die uns auch sehr viel Spaß macht, aufgestellt zu sein.

Bei einer Wanderung in der Sächsischen Schweiz entstand diesesFoto auf dem Maue-Grundstück Gossdorf-Kohlmühle. Foto: Privat

Ihr Ziel ist es, den Bereich des nachhaltigen Wald- und Naturschutzes und die Waldpädagogik zu fördern und zu unterstützen. Wie wählen Sie Ihre Waldgrundstücke, die Sie fördern, aus?
An die ersten Waldgrundstücke sind wir per Versteigerungsveranstaltungen von verschiedenen Grundstücksauktionen und Amtsgerichten gekommen. Unsere Zukunftsvision ist es, einmal eine größere zusammenhängende Waldfläche in der Stiftung zu haben. Diese Fläche kann nachhaltig und extensiv bewirtschaftet werden, um somit Erträge für die gemeinnützigen Projekte der Stiftung zu generieren. Auch wollen wir einen Teil unserer Waldflächen für Schulwaldprojekte zur Verfügung stellen.

Wie können andere die Stiftung unterstützen?
Wir suchen dringend „Mit-Macher“, das sind Menschen, die unsere Ideen und unsere Ideale teilen und sich mit Geld und / oder Zeit engagieren. Wir können die vielen interessanten Projekte nur realisieren, wenn wir die Menschen aufspüren. Dazu benötigen wir ihre Hilfe bei der Recherche und Möglichkeit der Diskussion mit solchen potenziellen Stiftungs-Helfern. Und ohne finanzielle Zuwendungen können manche Projekte nicht realisiert werden. Wie jede andere Stiftung, ist auch unsere Stiftung auf Spenden und Zustiftungen, auch in Form von Waldflächen, angewiesen, um ihre angestrebten Ziele zu erreichen.

Was sind die nächsten Ziele? Was haben Sie für die Zukunft geplant?
Wir sind voller Ideen für die Zukunft. Erst einmal stellen wir die Stiftung auf eigene Beine. Dann wollen wir uns um ein geeignetes größeres Waldgrundstück bemühen, natürlich ist das abhängig von weiteren finanziellen Zustiftungen für dieses ehrgeizige Waldbauprojekt. Außerdem wollen wir weitere Spender gewinnen, um in Zukunft noch mehr Projekte mit Kinder und Jugendlichen verwirklichen zu können.

Vielen herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit! 

Information

Wenn Sie „Mit-Macher der Stiftung werden möchten oder der Stiftung in anderer Form helfen wollen, wenden Sie sich direkt an die Gerald und Jürgen Maue Stiftung:
Gerald und Jürgen Maue Stiftung
c/o Bürgerstiftung Braunschweig
Löwenwall 16 | 38100 Braunschweig
Tel.: (05 31) 48 03 98 39   | E-Mail: info@maue-stiftung.de | www.mauestiftung.de
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Beitragsbild: Der Wald in Riddagshausen. BSM / Gerald Grote

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