Den Fußabdruck verkleinern

Viel Regen, kaum Sonnenschein und so richtig gutes Freibadwetter hatten wir auch noch nicht. Wer ist schuld am unbeständigen Sommer? Schnell wird der Klimawandel verantwortlich gemacht und gleich regt sich das schlechte Gewissen: Ist der Klimawandel nicht menschengemacht? Wer sich jetzt zurücklehnt und an die großen Industrieunternehmen denkt, an die Energieversorger, die immer noch nicht genügend Alternative Energien anbieten, der sollte sich an die eigene Nase fassen. Wie sieht es bei Ihnen aus? Beziehen Sie grünen Strom? Ist Ihr Haus, Ihre Wohnung energieeffizient? Wie oft fahren Sie mit dem Auto in die Stadt und nehmen nicht das Rad?

Beim Klimaschutzabkommen von Paris haben sich 195 Staaten der Welt dafür ausgesprochen, die Erderwärmung auf unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. 195 Staaten, denn trotz aller Ankündigungen sind die USA noch nicht offiziell von dem freiwilligen Vertrag zurückgetreten. Das Ziel kann nur erreicht werden, wenn der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid bis 2050 auf 1,5 Tonnen pro Kopf und Jahr heruntergefahren wird. Zum Vergleich: Heute verbraucht ein Bundesbürger pro Jahr 8,92 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Um den Pro-Kopf-Verbraucht zu verringern, muss sich nicht nur das Verhalten eines jeden Bürgers ändern, es sind auch technische, soziokulturelle und ökologische Innovationen notwendig.

Und die gibt es. Viele Braunschweigerinnen und Braunschweiger haben schon jetzt neue Ideen umgesetzt, um ihren eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern und mit gutem Beispiel voranzugehen. Um diese Beiträge zu honorieren, lobt die Stadt den Braunschweiger Klimaschutzpreis aus. In den Kategorien „Klimaschutz beim Bauen und Sanieren“, „Klimaschutz ist Kunst“, „Klimaschutz in Kleinunternehmen“ und in einer Sonderkategorie, wo Projekte eingereicht werden können, die in keine der anderen Kategorien passen, werden die besten Innovationen prämiert. Noch bis zum 15. Oktober können Sie sich mit Ihren Projekten bewerben.

Aber auch, wer seine Wohnung nicht energetisch sanieren kann und gerade kein Haus baut, kann etwas tun, um das Klima zu schützen. Die Kollegen der Stadt aus dem Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz haben errechnet, dass in Braunschweig haben die Haushalte einen Anteil von etwa 40 Prozent am Gesamtenergieverbrauch der Stadt. Das Einsparpotential ist also groß, wenn Sie bewusst Strom einsparen. Fangen wir bei den einfachsten Dingen an, mit den Klimatipps der Kollegen:

Einkaufen

Statt Papier- oder Plastiktüten transportieren Sie Ihre Einkäufe besser im Rucksack, Jutebeutel oder Einkaufskorb. Wer ein Hemd aus Bio-Baumwolle kauft, spart fünf Kilogramm CO2 ein – so viel wie ein Auto auf 30 Kilometern ausstößt. Das Hemd lieber online bestellen und nach Hause liefern lassen? Ja und nein: Heiz- und Stromkosten sind in großen, eng bepackten Lagerhallen effizienter als in dezentralen, hell ausgeleuchteten Geschäftsräumen. Aber seien wir mal ehrlich: Wer bestellt online Produkte, die gleich beim ersten Mal zugestellt werden können, und dann nicht zurückgeschickt werden? Eben! Deshalb ist es auch fürs Klima besser, wenn Sie Ihre Kleidung im Einzelhandel kaufen – und mit dem Fahrrad oder dem Bus in die Stadt fahren.

Fortbewegen

Ein Auto bringt Flexibilität und man kann sich wetterunabhängig fortbewegen, das möchte ich nicht in Frage stellen. Aber wie oft brauchen wir diese Flexibilität wirklich? Und ist das Busnetz in Deutschland nicht so dicht, dass Sie auch mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren könnten? Das Klima freut sich auf jeden Fall über neue Busreisende: Je Fahrgast eines Linienbusses werden durchschnittlich nur etwa 19 Gramm CO2 je Kilometer ausgestoßen. Auf der gleichen Strecke würden mit der Bahn etwa 40 Gramm CO2, mit dem PKW etwa 150 Gramm CO2 und mit dem Flugzeug sogar 380 Gramm CO2 ausgestoßen werden. Neben klimaschädlichem CO2 entsteht im Straßenverkehr auch eine Menge Reifenabrieb. 75 Prozent der jährlich entstehenden 65.000 Tonnen Reifenabrieb in Deutschland stammen von PKW. Er gelangt als Feinstaub in die Atemluft, über das Regenwasser in die Kanalisation und trägt somit zur Umweltbelastung bei. Durch den verstärkten Einsatz von Bussen müssen weniger Altreifen entsorgt, weniger Öl und Chemie für deren Herstellung aufgewendet und weniger Reifenabrieb in Kauf genommen werden.

Nur Fahrradfahrer und Fußgänger haben eine bessere Umweltbilanz!

Mehrweg und trotzdem To Go

Sie sind schon passionierter Nutzer des ÖPNVs und nutzen die Zeit in Bus oder Bahn, um mit einem Kaffee auf Betriebstemperatur zu kommen? Statt eines Pappbechers sollten Sie auf einen Mehrwegbecher umsteigen, damit sparen Sie pro Jahr etwa 40 Kilogramm CO2 (bei täglichem Konsum).

Schreiben

Wenn Sie nur drei Blatt Papier aus frischem Zellstoff durch Recyclingpapier ersetzen, spart das so viel Energie ein, dass Sie damit einen Liter Wasser zum Kochen bringen könnten.

Lesen

Beim Lesen scheiden sich die Geister: Die einen mögen das Haptische gedruckter Seiten und lesen von der Tageszeitung bis zum 3.000-Seiten-Epos alles auf Papier, die anderen lieben die platz- und gewichtsparende Alternative des E-Readers. Wer von beiden hat nun die Nase vorn in Sachen Klimaschutz? – Die Antwort ist abhängig vom Leseverhalten.

Bei einem E-Book-Reader fallen bei Herstellung und Nutzung rund acht Kilogramm CO2 an. Seine Herstellung verbraucht damit genauso viel Primärenergie wie die von rund zehn Taschenbüchern. Im Betrieb ist das elektronische Buch sparsam, da sein Display ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt.  Wer mit dem E-Book-Reader also zehn oder mehr Bücher im Jahr liest, spart Papier, Energie und Treibhausgase. Wer weniger als 2.000 Seiten im Jahr liest, sollte bei den guten, alten Taschenbüchern bleiben.

Übrigens: Wenn Sie das Smartphone nutzen, um zu Lesen, achten Sie darauf, alle anderen Apps im Hintergrund zu schließen. Auch das spart Strom!

Mehr Tipps zum Stromsparen finden Sie auf www.braunschweig.de im Bereich Umwelt und Klimaschutz.

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar

© Braunschweig Stadtmarketing GmbH (BSM)