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Alles beim Alten im Lindi

Außenansicht Lindi

Das Lindi – wer kennt die Kultkneipe am Bohlweg nicht? Seit über 47 Jahren ist das Lindi eine wahre Institution und eine der beliebtesten und bekanntesten Kneipen der Löwenstadt. Ich habe mich mit Inhaberin Elke Lindhorst, Geschäftsführer Rolf Drosse und Mitarbeiterin Sandra Eickmann getroffen und ein wenig geplaudert.

Eine Kneipe für alle

Auf dem Bohlweg rauschen Radler, Fußgänger und Autos vorbei, gegenüber auf dem Schlossplatz dreht sich das bunte Kettenkarussell des stadtsommervergnügens und immer wieder bleiben Passant*innen stehen um Hallo zu sagen. Ich sitze mit Elke Lindhorst, Sandra Eickmann und Rolf Drosse vor dem Lindi bei Kaffee und Apfelschorle. Die drei führen seit Dezember 2019 das Lindi voll und ganz im Sinne des verstorbenen Begründers und jahrzehntelangen Inhabers Günter Lindhorst weiter. „Günter hat im Laufe der Jahre viele Lokale betrieben, aber das Lindi war immer seine Lieblingskneipe“, erzählt Elke Lindhorst. „Hier kommt jeder gern her. Vom Handwerker bis zum Oberbürgermeister, vom 18- bis zum 80-Jährigen“, sagt sie lächelnd. „Manche unserer Stammgäste sind sogar über 90“, ergänzt Rolf Drosse, der bereits seit 1982 hier arbeitet. Das Lindi selbst, gibt es seit 1973.

Eine Außensitzfläche mit Blick auf das Residenzschloss, ein verwinkelter Innenbereich mit einer großen Theke, diversen Stehtischen und der „Bürgermeister Stub’n“ im hinteren Teil der Lokalität, im Lindi ist reichlich Platz für viele Gäste. „Im Moment ist natürlich alles ein bisschen anders“, sagt Elke Lindhorst. Sie meint die reduzierte Anzahl der Tische, Abstandsregeln und weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. „Es ist ruhiger geworden, aber unsere Stammgäste schauen trotzdem gern vorbei.“ Das bestätigen auch die Gäste an den Tischen neben uns, die interessiert zuhören.

„Eigentlich sitzen wir ja grad im Eiscafé“, erklärt Elke Lindhorst. Das Eiscafé „La Crema“ direkt neben dem Lindi ist verpachtet, was aber keine Rolle spiele. „Hier können die Gäste an allen Tischen Eisbecher, Kaffee oder ein kühles Wolters bestellen.“ Auch Hunde sind im „Lindi“ willkommen, das Team hat immer ein paar Leckerlis zur Hand. Bürohund Yazzi schnüffelt auch umher.

Historische Fotos, Blechschilder und Musikinstrumente an den Wänden verleihen dem Lindi seinen urigen Charme.

Uriger Kneipencharme

Die Getränkeauswahl ist groß, natürlich dürfen das Braunschweiger Traditions-Bier Wolters und der regionale Exportschlager Jägermeister nicht fehlen. Es gibt aber auch ein wenig Hamburg-Feeling: „Günter war einer der ersten in der Stadt, der den echten Hamburger Mexikaner angeboten hat. Das kannte hier damals noch keiner“, erzählt Elke Lindhorst. Currywurst mit Pommes sucht man im Lindi vergebens, wie ein Blick auf die Karte verrät. „Da hier noch drinnen geraucht werden darf, gibt es bei uns nur Getränke“, erklärt Rolf Drosse.

Musikalisch geht es im Lindi gemischt zu. „Wir spielen alles, was sich die Gäste wünschen“, erzählt Rolf Drosse. „Solange es nicht zum hundertsten Mal Helene ist“, fügt er augenzwinkernd hinzu. Er finde es besonders erfreulich, dass auch die jungen Leute wieder Schlager hören wollen und auch textsicher sind.

Die Einrichtung im Inneren des Lindis hat ihren ganz persönlichen Charme, rustikal und einladend. In der Mitte prangt die große Theke, an den Wänden hängen historische Fotos der Stadt und zahlreiche Musikinstrumente, in den Ecken blinken zwei Spielautomaten. „Die Schilder hat Günter selbst beschrieben“, erzählt mir Sandra Eickmann, während ich ein Foto von einer der beschrifteten Tafeln mache, die von der Decke hängen und verschiedene Getränke anpreisen. „Er war gelernter Technischer Zeichner, daher die saubere Schrift. Wir haben die Schilder bearbeiten lassen, damit die Kreide nicht abgeht.“ Alles soll bleiben, wie man es kennt.

Auch die handbemalten Schilder erinnern an den Wirt Günter Lindhorst. Foto: BSM

Ein glücklicher Zufall

In der „Bürgermeister Stub’n“ im hinteren Teil des Lokals springt mir ein großes grünes Schild ins Auge, auf dem in großen weißen Buchstaben LINDI steht. Das Schild hing einst an der ursprünglichen Fassade des Gebäudes. Im letzten Jahr hat es seinen Weg zurück ins Lindi gefunden. „Ein Bekannter von Rolf hat das Schild zufällig bei Ebay entdeckt. Wir haben es ersteigert und ein wenig aufarbeiten lassen. Günter hat es noch gesehen und sich sehr gefreut“, erzählt Sandra Eickmann. Was für ein glücklicher Zufall.

Gastlichkeit im Stil der Zeit: Das Schild hat im letzten Jahr durch einen glücklichen Zufall seinen Weg zurück ins Lindi gefunden. Foto: BSM

Das ganze Jahr geöffnet

Egal ob Schoduvel, Nachtlauf oder an Heiligabend und Silvester – im Lindi ist immer etwas los und zwar 365 Tage im Jahr. Viele kommen auch zum Sport gucken vorbei. Auf einer großen Leinwand und fünf Fernsehern läuft alles, was die Sportwelt zu bieten hat – vom Eintracht-Spiel über Handball bis Darts. In der Weihnachtszeit verwandelt sich der Außenbereich auf dem Bohlweg in einen festlichen „Hüttenzauber“ mit Glühwein, Weihnachtsbäumen und Heizstrahlern. Eine von vielen Traditionen, die Günter Lindhorst eingeführt hat und die auch in Zukunft fortgeführt werden soll.

Zu guter Letzt frage ich noch, ob sich im Lindi etwas ändern soll, ob es Pläne für die Zukunft gibt. Die Antwort kenne ich eigentlich schon. Die Drei schütteln den Kopf. Alles bleibt beim Alten, so wie Günter Lindhorst sein Lindi hinterlassen hat. Und das ist auch gut so.

Informationen

Lindi
Bohlweg 22
38100 Braunschweig
Telefon: 0531 41011

Aktuelle Öffnungszeiten:
Täglich ab 11:00 Uhr. Samstags ab 09:30 Uhr.

1 Comment

  • Ulrich Schmidt

    Antworten
    12.09.2020at11:21

    Wir kommen immer wieder sehr gerne ins Lindi und das schon viele Jahre

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