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Wildbienenhotel selber machen

In meinem Schrebergarten summt es. Seit die Temperaturen auf über 10 Grad gestiegen sind, herrscht in meinem Garten ein erhöhtes Flugaufkommen von Bienen. Drei verschiedene Arten habe ich schon ausgemacht: die gemeine Pelzbiene, die rote Mauerbiene und eine Honigbienenart, die den Weg aus dem Bienenstock im Nachbargarten zu meinen Apfelblüten gefunden hat. Egal, über welches Beet ich mich beuge, überall schwirren die gelb-schwarz geringelten Insekten um mich herum. Gäbe es in ganz Braunschweig so viele Bienen wie in meinem Garten, der Weg zur Wildbienenhauptstadt wäre eine Selbstverständlichkeit. Ganz anders sieht es auf meinem Balkon aus. Hier blühen zwar auch schon die ersten Blumen, eine Biene verirrt sich hierher aber eher selten. Das soll sich ändern!

Kleine Bienenparadiese

Deshalb treffe ich mich mit Anke Kätzel, Rangerin im Naturschutzgebiet Riddagshausen und Mitarbeiterin im Haus Entenfang. Im Naturerlebniszentrum gibt es eine ausführliche Ausstellung über Wildbienen. Seit etwa fünf Jahren beschäftigt sie sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen mit Wildbienen. „Man braucht keinen großen Garten, um Wildbienen ein Zuhause zu bieten“, erklärt Anke Kätzel mir. „Auch auf einem Balkon im 10. Stockwerk eines Hochhauses können Bienen nisten, wenn die Bedingungen stimmen. Gute Pflanzen für den Balkon sind zum Beispiel Küchenkräuter wie Salbei, Zitronenthymian oder Bohnenkraut oder Glockenblume und Kornblume.“ Hochgezüchtete Blumen wie Geranien haben hingegen wenig Nektar und bieten den Bienen zu wenig Nahrung. Auch kleine Flächen im Hinterhof eignen sich sehr gut zum Anlocken von Insekten. Wer hier statt Rasen Blühstreifen oder Hecken stehen lässt, wer statt Steingärten blühende Gärten mit verschiedenen Strukturen anlegt, bietet Insekten eine paradiesische Umgebung. „Es ist immer gut, irgendwas zu tun als gar nichts.“

Hier entsteht ein Wildbienenhotel. Foto: BSM

Hier entsteht ein Wildbienenhotel. Foto: BSM

Damit die Bienen in der Nähe nisten, hilft das Aufstellen von sogenannten Wildbienenhotels. „Man kennt ja viele Insektenhotels, oft auch aus Baumärkten. Die sind für Insekten allerdings nutzlos und bloße Dekoration“, meint die Rangerin. „Besser ist es, wenn man selbst Wildbienenhotels baut. Wir bieten seit einigen Jahren kostenlose Workshops im Frühjahr an, außerdem können sich Braunschweiger bei uns im Haus Entenfang gegen eine Spende ein Hotel abholen.“

DIY Bauanleitung

Das Bauen eines Wildbienenhotels ist zwar nicht sonderlich kompliziert, alles, was benötigt wird, findet man in der Natur. Allerdings müssen ein paar wichtige Punkte beachtet werden, damit die Hotels von den Bienen angenommen werden.

  1. Das Holz muss trocken sein und darf beim Anbohren nicht ausfasern.
  2. Die Enden der Röhren müssen geschlossen sein. Am besten eignen sich Bambus, Holunder (überall zu finden) und stabiler Schilf.
  3. Das Wildbienenhotel sollte möglichst warm, trocken und stabil aufgehängt werden (in Richtung Süden).

Eine ausführliche Bauanleitung für das Wildbienenhotel können Sie als PDF ausdrucken.

Noch einfacher, aber ebenso wirkungsvoll, ist es, ein Bündel mit Schilf aufzuhängen oder in eine handelsübliche Dose Stängel hineinzusetzen. Wichtig ist nur, dass die Röhrchen eine Länge von 8-12 Zentimetern haben und die Enden geschlossen sind, damit die Bienen in den Löchern Honig und ihre Larven ablegen.

Ein Bündel Schilf tut es auch: Wildbienenhotel für Ungeduldige.

Ein Bündel Schilf tut es auch: Wildbienenhotel für Ungeduldige. Foto: BSM

 

Nächste Workshop-Termine

Bei den BBG-Blumenmarkttagen am 4. Mai bietet das Haus Entenfang um 12:00 Uhr und 14:00 Uhr Workshops zum Bau von Wildbienenhotel an. Bei diesem Blumenmarkt steht das naturbewusste Gärtnern im Fokus. Expertinnen und Experten von lokalen Gärtnereien und Baumschulen geben Ihnen Tipps zum umweltfreundlichen Düngen und zur insektenfreundlichen Gestaltung Ihres eigenen Gartens oder Balkons.

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