#frischverführt vom neuen Herzog Anton Ulrich-Museum

Rubens, Rembrandt, Vermeer, Dürer… Zugegeben, in mir, Mitte zwanzig und kleiner Banause, wenn es um klassische Kunst geht, erweckt der Gedanke an historische Gemälde und Skulpturen keine überwältigenden Emotionen. Das einzige, was ich mit den Werken Alter Meister assoziiere, ist die Erinnerung an einen kauzigen Kunstlehrer und den großen Wunsch danach, auch nur annähernd so talentiert mit Pinsel und Farbe umgehen zu können, wie meine Banknachbarin.
An der mangelnden künstlerischen Begabung kann ich nichts ändern, an meiner Sichtweise auf die Kunst aber vielleicht schon. Deshalb gebe ich dem neueröffneten Herzog Anton Ulrich-Museum die Chance, auch mich schwierigen Fall zum Kunstgenuss zu verführen.

Das Museum und die Museumsstraße kannte ich bislang nur als Baustelle. Jetzt aber, nach sieben Jahren der Sanierung, erstrahlt die Fassade des 1887 erbauten Gebäudes wieder in altem Glanz und der Vorplatz lädt mit großzügigen Sitzmöglichkeiten zum Verweilen ein. Über eine breite Treppe gelange ich in das Museum. Bereits im Erdgeschoss weisen große Türen den Weg in verschiedene Ausstellungsräume. Mich zieht es aber zunächst hoch in die erste Etage. Mein Ziel: die Gemäldegalerie.

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Pünktlich zur Eröffnung fertiggestellt: der neue Museumsvorplatz.

Vor mir erstreckt sich ein großzügiger Raum, die Wände bezogen mit bunten Stoffbahnen. Davor hängen goldgerahmt die Werke Alter Meister. Meine Aufmerksamkeit gewonnen hat allerdings ein Gemälde, das sich zwei Räume weiter befindet. Man sieht es schon, wenn man durch die Eingangstür in die Galerie tritt, direkt gegenüber hängt es an einer grünen Wand. Die dunklen Farben scheinen aus sich heraus zu leuchten, sofort zieht es die Blicke der meisten Besucherinnen und Besucher auf sich. Ich laufe auf das Kunstwerk zu und bin selbst überrascht darüber, wie ich mit jedem Schritt neugieriger werde, schon auf die Distanz immer neue Details entdecke und unbedingt die Geschichte hinter dem Bild kennenlernen möchte. Ich bin mir selber nicht sicher, was mich daran so fasziniert. Vielleicht, dass das Gemälde wie eine Momentaufnahme wirkt Ich habe das Gefühl, dass sich die Personen auf dem Bild in der nächsten Sekunde weiterbewegen müssten. Dass die Mutter dem Kind auf ihrem Schoß gleich über den Bauch streicht und ein paar Blüten aus dem Korb nimmt, den die ältere Tochter links im Bild hält.

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Der Publikumsmagnet: Rembrandts „Familienbildnis“

Bei dem Gemälde handelt es sich um eines der wichtigsten Werke des Museums, Rembrandts „Familienbildnis“. Sie merken es vielleicht schon, die Kunst hat mich nun doch gepackt. Ich verbringe dem halben Tag in den Museumsräumen, laufe entlang wertvoll bestückter Vitrinen, unzähliger Skulpturen und durch das einzigartige Kupferstichkabinett. Auch wenn sich die Wirkung der Räume nur andeutungsweise auf Fotos darstellen lässt, habe ich meinen Besuch im neuen Herzog Anton Ulrich-Museum in ein paar Aufnahmen festgehalten. So können alle, die gestern noch nicht die Zeit fanden, ins Museum zu gehen, einen kleinen Eindruck der neuen Dauerausstellung erhalten.

Übrigens: Noch bis zum 30. Oktober feiert das Herzog Anton Ulrich-Museum die Neueröffnung mit einer Woche der offenen Tür. Also kommen Sie vorbei und überzeugen sich selbst von den neu konzeptionierten Museumsräumen und der herausragenden Kunst. Alle Informationen zum Museum und der Ausstellung finden Sie auch unter 3landesmuseen.de/haum.

(Alle Fotos: BSM)

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