Mit Augmented Reality die Löwenstadt entdecken

Mal ganz unter uns: Obwohl ich seit über sechs Jahren in Braunschweig wohne, habe ich erst eine einzige Stadtführung mitgemacht. Kurzum: Ich könnte mehr über Sehenswürdigkeiten, Stadtgeschichte und -architektur wissen. Da kommt es mir sehr gelegen, dass in der App „Entdecke Braunschweig“ nun eine Augmented Reality-Funktion interessante Punkte unter anderem auf dem Burgplatz näher beleuchtet.

Was aber ist eigentlich diese „Augmented Reality“? Das Gabler Wirtschaftslexikon beschreibt sie als computergestützte Darstellung der realen Welt, welche zusätzlich mit virtuellen Elementen ergänzt wird. Übersetzt bedeutet der Begriff „Augmented Reality“ übrigens so viel wie „erweiterte“ oder „angereicherte“ Realität. Am einfachsten ist diese Technik aber zu verstehen, indem man die Funktion selbst ausprobiert und sich überraschen lässt.

Bei so vielen Punkten fällt die Auswahl gar nicht leicht. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

Bei so vielen Punkten fällt die Auswahl gar nicht leicht. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

Also auf zum Burgplatz! Mein Smartphone habe ich sowieso immer in der Tasche und die App ist ebenfalls bereits installiert. Nach dem Öffnen der App tippe ich auf das Augmented Reality-Feld im Menü, dem ein kleines stilisiertes Auge als Icon dient. Nach einem weiteren Klick auf den Burgplatz wechselt die Ansicht: Die Kamera meines Smartphones zeigt mir meine Füße und Kopfsteinpflaster, denn dahin richte ich sie gerade. Beim Anheben des Handys fallen mir viele kleine rote Punkte auf, die sich bewegen. Um den Kompass meines Smartphones zu unterstützen, drehe ich es um sich selbst, wie es mir die Information hinter dem roten kleinen „i“ empfiehlt. Je länger ich mein Handy schwenke, umso weniger bewegen sich die Punkte und bleiben stattdessen auf den Häusern, der Burg und dem Dom fest verortet, egal, wohin ich mit meinem Smartphone nun „gucke“.

Der erste Punkt, den ich mit einem Tippen anwähle, ist der Glockenturm des Doms St. Blasii. Der kurze Text ist schnell gelesen und ich erfahre zum Beispiel, dass früher 32 Personen mithelfen mussten, um die zwölf Glocken des Doms zu läuten. Heute ist dies dank eines elektrischen Antriebs anders. Beim Herunterscrollen in den Text zeigt mir die App zwei Bilder von dem Geläut selbst – sehr spannend, da dies nun wirklich ein Ort ist, den man sonst nicht besichtigen kann.

Inhaber Jürgen Fuhrmann in seinem Antiquariat am Burgplatz. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

Inhaber Jürgen Fuhrmann in seinem Antiquariat am Burgplatz. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

Ich schließe das Fenster, in dem sich der Glockenturm geöffnet hatte, und überlege, was ich als nächstes anklicken möchte. Meine Wahl fällt auf das kleine Häuschen links neben der Burg Dankwarderode: Antiquariat Fuhrmann oder genannt Spitzwegeck. Nur von außen kenne ich es, weshalb die App mich mit einem Bild vom Innenraum und der Information, dass es das kleinste Antiquariat Deutschlands ist, überrascht. So gemütlich wie es mit den unzähligen Büchern mit Einbänden in allen Farben dort ausschaut, werde ich mich zu den Öffnungszeiten wohl doch bald einmal hineinwagen.

Schnitzerei am Huneborstelschen Haus

Die Schnitzereien am Huneborstelschen Haus sind zum Teil überraschend lustig. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH / Gerald Grote

Nun interessiere ich mich für die Fachwerkhäuser gegenüber vom Dom. Ich klicke den Punkt „Huneborstelsches Haus“ an und lerne, dass die Fassade eigentlich zu einem Haus am Straßenzug Am Sack gehörte. Dieses stammt aus dem Jahr 1525 – und wurde bei seinem Abriss mit der Fassade und dem Dachstuhl an einen Neubau am Burgplatz angefügt. Das historische Foto in der App von 1885 zeigt sogar noch die Baulücke, in der heute das Huneborstelsche Haus steht. Gemeinsam mit dem benachbarten Von Veltheimschen Haus ist das Huneborstelsche Haus Sitz der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Beim Stöbern in dem Artikel bringt mich ein Bild zum Lachen: Die Schnitzereien, auf die ich normalerweise so detailliert nicht schauen würde, zeigen unter anderem einen Hund, der sein Geschäft verrichtet – unter ihm sperrt ein Männerkopf den Mund auf. Einen so derben Humor habe ich an einer 500 Jahre alten Schnitzerei nicht erwartet und suche die Szenerie an der Fassade.

Insgesamt 20 Punkte leuchten am Burgplatz auf – unter anderem erfahre ich etwas zu der Burg Dankwarderode, dem Landesmuseum und zum Braunschweiger Löwen. Die Bilder sind dabei für mich ein Highlight: Begegnet sind mir zum Beispiel ein auf lustige Weise zottelig aussehender Burglöwe vor seiner Restaurierung Ende der 1970er Jahre und eine fast vier Meter hohe Figur von Heinrich dem Löwen im Landesmuseum, die im Foyer auch ohne Eintrittspreis zu sehen ist.

Die St.-Andreas-Kirche mit ihrem Südturm. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH / Bormann

Die St.-Andreas-Kirche mit ihrem Südturm. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH / Bormann

Ein weiteres Szenario ist mit „Entdecke Braunschweig“ auf dem St. Andreasturm zu erleben. Ich wüsste den besten Fußweg dorthin nicht auf Anhieb, weshalb die Navigationsfunktion in der App wirklich praktisch ist. Auch die Partner- und Freundschaftsstädte Braunschweigs stellen ein eigenes Szenario dar: Wenn Sie sich die App jetzt gleich von daheim aus herunterladen, können sie hier selbst testen, was sich hinter der Augmented Reality-Funktion verbirgt, denn für die anderen beiden Szenarien muss man vor Ort am Burgplatz oder auf dem St. Andreasturm sein.

Haben Sie schon einmal Augmented Reality ausprobiert?

Weiterführende Links:

Hier geht es zur Internetseite der App.

Kostenloses WLAN gibt es in der Tourist Info.

Beitragsbild: Auf dem Burgplatz gibt es mit der neuen Augmented Reality-Funktion viel zu entdecken. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

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