Zwischen Kneipe und Restaurant

Nach vielen Jahren im Bürojob brauchte Lars Fantoni eine neue Herausforderung – und hat 2014 das Quartier eröffnet. Im Univiertel bietet er mit seinem Team vor allem Burger an, und bedient damit einen aktuellen kulinarischen Trend. Bisher war ich noch nicht im Quartier essen, nun wird es aber Zeit, das zu ändern.

Als ich kurz vor Beginn des Tagesgeschäfts das Quartier betrete, stehen Stühle umgedreht auf der Bar und Blumendekorationen gesammelt auf einem Tisch. „Wir hatten hier gestern eine Hochzeit und sind noch dabei aufzuräumen“, erklärt Lars Fantoni, Geschäftsführer des Quartiers. Eine Hochzeit? Recht untypisch für einen Burgerladen, oder? „Naja, wir sind ja kein klassisches Burgerrestaurant“, sagt er – und überzeugt mich schnell. Denn schon bei der Einrichtung trifft Holzvertäfelung wie in einer Kneipe auf eine schlichte Steinwand und die Muppet Show auf Streetart.

Stilbruch und Handarbeit: Die Einrichtung des Quartiers. Foto: BSM

Stilbruch und Handarbeit: Die Einrichtung des Quartiers. Foto: BSM

Die Gestaltung des Quartiers zeige seine Persönlichkeit, erklärt Lars, er mag Stilbruch, Verspieltes und die Liebe zum Detail. Außerdem soll für jeden etwas dabei sein – Kneipenfeeling, Bar-Chic und Restaurant. Die Holzvertäfelung hat er gebraucht gekauft, die Steinwand selbst gemauert, die Garderobe aus einem Theaterfundus erworben und die Fotos aus seinem Privatbesitz mitgebracht.

Wichtig ist dem Geschäftsführer vor allem Authentizität und Herzlichkeit: „Wir bieten unseren Besuchern ein Zuhause, deshalb auch der Name Quartier“, erklärt er. So gebe es im Quartier neben der Laufkundschaft auch viele Stammkunden – Orchestergruppen, die nach gemeinsamen Proben herkommen, Studierende und Mitarbeiter der nahegelegenen Uni, Rentner, oder Nachbarn, die so viel mit dem Quartier verbinden, dass sie hier ihre Hochzeit feiern.

Vom Vintage-Café zur Burgerbar

Lars Fantoni, Geschäftsführer des Quartiers. Foto: BSM

Lars Fantoni, Geschäftsführer des Quartiers. Foto: BSM

Vor drei Jahren hat Lars sich zusammen mit einem langjährigen Freund den Traum eines eigenen Restaurants erfüllt, inzwischen führt er das Geschäft allein. Während um uns herum ein Kollege das Restaurant für das Tagesgeschäft herrichtet, erzählt Lars mir bei einem Kaffee, dass er eigentlich ein Vintage-Café eröffnen wollte. Nach vielen Jahren in seinem Bürojob brauchte er eine Veränderung. Als das alte Viertel-nach im Bültenweg zum Verkauf stand, hat er schnell zugegriffen, nur passte aus seiner Sicht kein Vintage-Café in die Nachbarschaft. Also entwickelte er ein Konzept passend zur Location – und errichtete mit dem Quartier eine Burgerbar, die tagsüber meist als Restaurant und Café, sowie spätabends als Bar mit umfangreicher Cocktailkarte genutzt wird. „Wir sind hier eine Kiezkneipe“, lacht Lars, „denn aus diesem Viertel kommen alle zu uns, und das ist auch gut so.“

Wichtig sei ihm auch das familiäre Miteinander im Team. Zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt er aktuell, die meiste Zeit ist der Geschäftsführer zudem selbst vor Ort. Auf meine Frage, ob das Quartier etwas wie sein zweites Wohnzimmer sei, antwortet er mit einem Augenzwinkern: „Es ist eher mein erstes Wohnzimmer. Ich bin viel zu viel hier.“

Kulinarische Vielfalt – und Burger

Das Essen im Quartier ist vielfältig: Vor allem Burger werden von den Gästen bestellt, außerdem stehen Salate, Ofenkartoffeln und Pasta auf der Speisekarte. Die Auswahl fällt mir nicht leicht und schließlich entscheide ich mich für einen Klassiker, den Quartier Spezial Burger mit Rindfleisch, hausgemachter Soße, Salat, Tomate, Gurke, gebratenem Bacon, Pilzen und Zwiebeln. Während mein Burger zubereitet wird, erzählt Lars, was das Essen im Quartier ausmacht: Fast alles wird von ausgebildeten Köchen frisch zubereitet, die Zutaten sind sehr hochwertig und die Portionen groß. „Und zumindest mir schmeckt es ausgezeichnet“, fügt er hinzu.

Der Quartier Spezial Burger sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch sehr lecker. Foto: BSM

Der Quartier Spezial Burger sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch sehr lecker. Foto: BSM

Kurz darauf darf ich es selbst probieren: Der Burger und die Steakhouse-Pommes duften verführerisch und sind ansprechend angerichtet. Ich frage mich, wie ich den Burger in meinen Mund bekommen soll, ohne eine riesige Sauerei zu veranstalten, und entscheide mich, ihn mit Messer und Gabel zu zerteilen. Zwar sieht mein Teller kurz danach trotzdem wie ein Schlachtfeld aus, es schmeckt aber wirklich gut.

Bei meinem Besuch im Quartier habe ich mich wohlgefühlt. Denn obwohl alles auf den ersten Blick etwas zusammengewürfelt wirkt, passt es ziemlich gut zusammen – das leckere Essen ohne viel Schnickschnack und die Aufmerksamkeit der Kellner, die großen Portionen und die detailverliebte Einrichtung – irgendwo zwischen Kneipe und Restaurant.

Informationen

Bültenweg 89 | 38106 Braunschweig
www.quartier-bs.de

Öffnungszeiten:
Mo. – Sa. 15:00 – 24:00 Uhr
So. 15:00 – 23:00 Uhr

Dieses und weitere Restaurants in Braunschweig finden Sie auch im Gastronomieverzeichnis unter braunschweig.de/gastronomie.

Bild: Das Quartier kombiniert den Charme von Restaurant und Kiezkneipe. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

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