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Ein kleines Stück Berlin im Herzen von Braunschweig

zwei Hände richten ein wenig Salat in einer kleinen Schüssel an.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei der IHK Braunschweig.

Das im vergangenen November im Langerfeldt-Haus eröffnete Restaurant Mono ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt. Hendrik Borgmann und Jörn Clausen – ihres Zeichens Betreiber der Lokalität »Apotheke« und Erfinder des Borgmann-Kräuterlikörs – sowie The Duc Ngo, ein Berliner Szene-Gastronom, der in Deutschland gleich ein ganzes Dutzend Restaurants betreibt, haben sich für dieses Projekt zusammengetan.

Hendrik Borgmann muss lachen: »Natürlich steckt im Mono auch Berlin drin. Wir alle kommen aus der Hauptstadt und haben versucht, ein Konzept auf Braunschweig umzumünzen. Gleichzeitig trauen wir der Löwenstadt damit auch etwas zu.« Tatsächlich ist für den einen oder anderen Gast gefühlt ein Raumschiff gelandet. Große Augen, große Aufregung. »Ich finde, die Stadt braucht so etwas«, schildert Borgmann, »denn gastronomisch ist Braunschweig durchaus noch unterentwickelt.« Kaufkraft sei definitiv vorhanden – nur müsse hier und da noch etwas mehr Mut aufgebracht werden, neue Konzepte auszuprobieren. Gastronomien wie das Überland, Monkey Rosé oder auch die Vielharmonie würden derweil eindrucksvoll beweisen, dass durchdachte Formate ihre Zielgruppen finden.

schwarz weiß Fotografie von Hendrik Borgmann, Jörn Clausen und The Duc Ngo
Die Betreiber des Mono: Hendrik Borgmann, The Duc Ngo und Jörn Clausen. Foto: Andreas Rudolph

Die Idee für das Mono jedenfalls bestand schon länger in den Köpfen von Borgmann und Clausen. »Wir lieben die asiatische Küche – und in Berlin gibt es unzählige spannende, fernöstliche Konzepte«, schwärmen die Apotheke-Gründer. So kam Ngo ins Spiel, »einer unserer ältesten und besten Freunde.« Als sie nach rund einem Jahr Standortsuche mit dem geschichtsträchtigen Langerfeldt-Haus fündig geworden sind, luden sie den Berliner Gastronom zu einer Besichtigung ein und konnten ihn schließlich vom Konzept, der Stadt und auch den Räumlichkeiten überzeugen. Der Koch fügt schmunzelnd hinzu: »Meine langjährigen Freunde haben mich gebeten, mit ihnen ein Restaurant zu eröffnen – ich hatte zu der Zeit die Wahl zwischen Braunschweig und Saint-Tropez.« Das Ergebnis ist bekannt. »Und ich muss sagen, dass die Stadt für mich eine Überraschung ist. Sie hat echt viel Charme und gute Leute, die unser Konzept innerhalb kürzester Zeit angenommen haben.«

Speiseraum mit Tischen und Stühlen. Auf den Tischen Servierten und Gläser
Im großzügigen, hellen hinteren Bereich können die Gäste Platz nehmen. Foto: Andreas Rudolph

Eine zeitgenössische japanische Küche

Im Fokus des Mono steht die japanische Küche mit Crossover-Einflüssen: Udon-Nudeln, Sushi in unterschiedlichsten Variationen – Nigiri, Maki, Temaki – Salate, Suppen. Darüber hinaus gibt es frittierte Spezialitäten, rohe Schalentiere an der »Raw Bar«, auf Lavastein gegrillte Spieße (Kushi Yaki) sowie weitere ausgewählte Speisen wie ein gegrilltes Maishähnchen (Tori Teriyaki), gebratene Weizennudeln mit japanischen Pilzen (Yasai Yaki Udon) oder auch gegrillter Misolachs (Shake Miso). Borgmann schwärmt zudem von »Cod & Risotto«: Wildfang-Kabeljau mit Wakame-Risotto, Paspierre, Daikon Sprossen in Fisch-Ponzu-Jus. 

zwei Schalen mit verschiedenen Sushivariationen
Sushi und moderne japanische Küche zeichnet das Mono aus. Foto: Andreas Rudolph

Er weist ferner auf die kleinen und großen Überraschungen auf der Karte hin, wie etwa das Entrecôte als »Samba Steak«. »Das Mono basiert auf meinem allerersten Konzept aus Berlin, dem 1999 eröffneten Kuchi. Theoretisch ist es eine kulinarische 2.0-Version des legendären Ladens«, skizziert Ngo. Der Koch und Gastronom vietnamesischer Abstammung – der 1979 als Flüchtling nach Spandau in West-Berlin kam – eröffnete seitdem zahlreiche weitere Restaurants, die meisten davon in Berlin. Darunter sind Madame Ngo, Cocolo Ramen, 893, Golden Phoenix, Funky Fish oder auch NgoKimPak. Unbestritten zählt er zu den wichtigsten Gastronomen Berlins.

»Die Leidenschaft für das Kochen habe ich schon in meiner Teeniezeit entdeckt. Ich hatte immer das Bedürfnis, in der Küche bei meinem chinesischen Onkel oder bei meiner Mutter zuzuschauen und dann das Gelernte für meine Freunde zu kochen. Ich wollte immer Gastgeber sein«, versichert er. Ein guter Gastgeber, ein Familienmensch. »Duc ist nicht nur ein begnadeter Koch, er liebt einfach gutes Essen und sein Umfeld gastronomisch zu verwöhnen«, schwärmt Borgmann. Für den gebürtigen ­Vietnamesen steht bei seinen Konzepten vor allem auch eines im Fokus: Authentizität. »Wichtig ist die ehrliche Umsetzung. Das bedeutet: gute Produkte, ordentlich geschultes Personal, Kreativität, Gastgebertum.«

Ein Restaurant – drei Bereiche

Apropos Gastgeber. Im Mono trifft der Besucher auf lässige, smarte und zugleich geschulte Mitarbeiter. Das ist auch von Nöten, denn viele Speisen sind mindestens erklärungsbedürftig, für viele zudem schlichtweg eine neue Welt. 

Drei Personen, vorne zwei Frauen, dahinter ein Mann, die freundlich in die Kamera lächeln.
Das Team im Mono hilft gern bei der Speisenauswahl. Foto Andreas Rudolph

Es wird sich viel Zeit genommen, um die jeweiligen Punkte auf der Speisekarte – die übrigens auch ein eigenes Mittagsspecial bietet – zu erklären. Wer noch neugieriger ist, der erhascht einen Blick in die offen gestaltete Küche. Oder setzt sich an die Bar, von der aus die Zubereitung des Sushi live mitverfolgt werden kann. »Mein Lieblingsplatz«, fügt Borgmann hinzu, und Ngo ergänzt: »Auf unser Sushi bin ich besonders stolz – dafür stehe ich auch einfach seit 25 Jahren.« Die Udon-Nudelsuppen sowie die Spieße vom Lavastein nennt er als persönliche Tipps.

Im Mono Restaurant wird in zwei Bereichen geschlemmt: im vorderen, hellen, eher lebhaften Bereich, etwa für eine kurze Mittagspause. Oder im hinteren, gediegeneren und wärmeren Teil im Erdgeschoss, für den eine Reservierung mehr als empfehlenswert ist. Im ersten Stock, zu erreichen über eine Treppe aus dem Restaurant oder wahlweise direkt von außen, geht es über in die Mono Bar. Hier ist der Berliner Einfluss noch deutlicher zu spüren. Schicke rote Couchecken, »cleane« mintgrüne Wände und eine Mahagoni-­Theke. Donnerstags bis samstags kann hier auch nach Feierabend im Erdgeschoss noch eingekehrt werden. »Manche Gäste gehen nach dem Essen gern noch auf einen Drink hoch oder setzen sich in einer etwaigen Wartezeit auf ihren reservierten Tisch an die Bar«, so Borgmann.

dunkler Raum mit großer, moderner Holztheke, der stimmungsvoll iluminiert ist.
Im oberen Stockwerk gibt es Cocktails und Getränke. Foto: Andreas Rudolph

Die Eröffnung im November vergangenen Jahres verlief nicht mit einem spektakulären Pre-Opening, sondern ganz gediegen. »Wir haben einfach die Tür aufgeschlossen«, erzählt er. Allen war bewusst, dass es sich um ein ambitioniertes Konzept und Projekt handelt. »Und wir wollten die Zeit haben, das Vorhaben vernünftig zu erklären.« Genau dafür bietet sich nun Gelegenheit: dienstags bis samstags von 12:00 bis 15:00 Uhr sowie jeweils ab 17:00 Uhr bis 00:00 Uhr. Achtung: von 12:00 bis 15:00 Uhr wird eine reduzierte Mittagskarte angeboten. Freuen darf man sich bereits jetzt auf den Frühsommer: dann wird auch der geräumige Innenhof des Langerfeldt-Hauses vom Mono bespielt.

Information

Papenstieg 4, 38100 Braunschweig
Di.-Sa.: 12:00-24:00 Uhr

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