Von der Katze zum Café

Am Anfang war die Katze. Eigentlich ein Kater, aufgelesen auf Madeira. Sabine Pankau und ihr Mann haben den Kater aus ihrem Urlaub mit nach Braunschweig gebracht. Seitdem ist alles anders: Kater Molly ist der Grund dafür, dass wir uns heute im Café Micky und Molly gegenüber sitzen, das Sabine Pankau als erste Vorsitzende des Vereins Tier-Time ehrenamtlich leitet.

Sabine Pankau präsentiert stolz eine Torte, die ganz ohne Eier auskommt. Foto: BSM

Sabine Pankau präsentiert stolz eine Torte, die ganz ohne Eier auskommt. Foto: BSM

Aber zurück zum Anfang, zu Kater Molly. Sabine Pankau und ihr Mann fanden es nicht richtig, dass sie, obwohl sie ihren Kater so sehr lieben, gleichzeitig andere Tiere töten lassen, um sie zu essen. Dieser Gedanke brachte sie dazu, zunächst vegetarisch und schließlich vegan zu leben. Pankaus sind davon überzeugt, dass eine vegane Ernährung nicht nur gesund ist, sondern auch die Umwelt schont. Ihr Lieblingsbeispiel für dieses Argument ist, dass für ein Kilogramm Rindfleisch ungefähr 15.000 Liter Wasser verbraucht werden. Das sind ganze 82 Badewannen voll. So viel Wasser würde sie nicht verbrauchen, wenn sie einen Tag lang den Wasserhahn aufgedreht laufen lassen würde, erzählt Sabine Pankau.

Deshalb sind sie und ihr Mann seit Ende 2007 Veganer, haben 2009 den Verein Tier-Time e.V. gegründet und betreiben seit April 2012 als Vorsitzende des Vereins das Café Micky und Molly. Sie wollten nicht nur über Veganismus sprechen, sondern vermitteln, wie gut man auch ohne Fleisch und tierische Produkte kochen, essen und leben kann.

Ein veganes Café sollte es also sein und dann hatte Sabine Pankaus Mann die zündende Idee: Ihr Onkel, ebenfalls ein Katzenliebhaber, sammelt seit fünfzig Jahren Katzenfiguren, -uhren und -bilder. Schon immer fand Pankau es schade, dass niemand die Sammlung zu sehen bekam. Kurzerhand wurde das Café dann gleichzeitig zum Katzenmuseum. Im Gastraum stehen Vitrinen, deren Inhalt von Zeit zu Zeit ausgetauscht oder ergänzt wird, denn „hier steht noch nicht einmal die Hälfte der Sammlung“, wie Sabine Pankau berichtet. Und wenn schon der Kater für den neuen Lebenswandel und das Café verantwortlich war, warum das Café nicht nach ihm benennen? So bekam das Café den Namen Micky und Molly, benannt nach dem eigenen Kater und der Katze des Onkels, Micky.

Im Café gibt es alles, was das vegane Herz begehrt. Vom Frühstück – wer wünscht sogar mit Tofu-Rührei – über einen Mittagstisch mit einer festen Karte (Pasta, Currywurst, Gyros, Döner und „V“iener Schnitzel) und jeweils einem wechselnden Tagesgericht bis hin zu einer üppigen Auswahl an Kuchen- und Torten, die den ganzen Tag über angeboten werden. Egal ob Sahnetorte oder ein Mumme-Muffin, für jeden süßen Geschmack ist hier etwas dabei. Nun gut, den Mumme-Muffin gibt es nicht jeden Tag, aber Sabine Pankau wird ihn für die mummegenussmeile vorbereiten. Dort will sie zeigen, dass das Braunschweiger Traditionsgetränk Mumme und veganes Kochen sehr gut zusammen passen.

Wer Sabine Pankau in Aktion erleben möchte, sollte die mummegenussmeile also nicht verpassen. Hier kocht sie zwei vegane Gerichte, die so gar nicht vegan anmuten: Mumme-Soja-Gyros und Sojamedaillons mit Mumme-Pilz-Soße. Sabine Pankau wird dann nicht nur kochen, sondern auch erzählen: Von ihren Gründen, Veganerin zu werden, ihrer Überzeugung, dass diese Art der Ernährung die einzig richtige ist und darüber, welche Besonderheiten beim veganen Kochen zu beachten sind. Passend zum Thema der mummegenussmeile gibt sie außerdem viele Tipps zum Kochen mit Mumme. Sie findet, dass der herbe Mumme-Geschmack vor allem zu Kirsche passt, zu Schokolade oder eben zu Gyros und Pilzen.

Anmerkung: Leider müssen Sabine Pankau und ihr Team kurzfristig für die mummegenussmeile absagen.

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