Tanzen zwischen Licht und Dunkelheit

Gesucht: Die weltbeste Standardformation! Zum siebten Mal seit 1994 findet am 25. November die Weltmeisterschaft Formationen Standard in Braunschweig statt. Die A-Formation des Braunschweiger Tanz-Sport-Club e. V. (BTSC) möchte den Titel in der Volkswagen Halle gewinnen – kann das gelingen? Ich treffe Cheftrainer Rüdiger Knaack und zwei Mitglieder der A-Formation, Felicitas Voss und Dustin Metz, die von ihrer Leidenschaft, blauen Flecken und Trainingsplänen berichten.

Felicitas Voss und Dustin Metz sind nicht nur lange Tanzpartner gewesen, sondern auch gut befreundet. Foto: Hermann Iwan

Felicitas Voss und Dustin Metz sind nicht nur lange Tanzpartner gewesen, sondern auch gut befreundet. Foto: Hermann Iwan

Die neue Kür des Braunschweiger TSC heißt „Light and Darkness“ und verbindet die unterschiedlichsten Emotionen in einer Choreografie. Stärke, Verletzlichkeit, Wut und Harmonie lassen die acht Tanzpaare in kürzester Zeit lebendig werden. So wirkt die Choreografie für den Zuschauer spannend und abwechslungsreich. „Dieser Wechsel macht sie aber auch besonders anspruchsvoll“, erzählt Felicitas Voss, die seit sieben Jahren beim BTSC tanzt. Trainer Rüdiger Knaack, aus dessen Feder die Kür stammt, möchte mit seiner Arbeit den Formationstanz stets innovativ weiterentwickeln. Dabei erwartet er viel von seinen Tänzerinnen und Tänzern: Fünf bis sechs Trainingseinheiten pro Woche sind normal, meist am Wochenende vier bis acht Stunden Tanzen und ein zusätzliches einwöchiges Trainingslager standen auf dem Programm, um das Weltklasse-Niveau zu erreichen. Hinzu kommen extra Fitness-Einheiten, um die anstrengende Choreografie problemlos durchzuhalten.

Rüdiger Knaack (rechts im Bild) mit der A-Formation des BTSC bei der deutschen Meisterschaft 2016 in Bamberg. Foto: Michael Steffan

Cheftrainer Rüdiger Knaack (rechts im Bild) mit der A-Formation des BTSC bei der deutschen Meisterschaft 2016 in Bamberg. Foto: Michael Steffan

Die meisten Mitglieder der A-Formation haben eine Vollzeitstelle oder studieren – viel Freizeit bleibt da nicht. Felicitas Voss sieht aber in erfolgreichen Auftritten ein für sie motivierendes Ziel: „Dann weiß man, wofür man es macht“. Auch der Trainer gibt viel zurück: „Ich hatte das Gefühl, bei Rudi ganz neu Tanzen zu lernen“, erinnert sie sich. Spannend ist auch die Zusammensetzung der A-Formation: „Unsere Teamkollegen kommen aus Köln, Frankfurt am Main, Kiel, Göttingen und Hannover. Dabei haben sie unterschiedliche Hintergründe – von Trainern über Profis bis hin zu Neulingen haben wir alles dabei“, erzählt Dustin Metz, der seit fünf Jahren beim BTSC tanzt und lange Felicitas Tanzpartner war.

Momentaufnahme bei der Präsentation der neuen Kür "Light and Darkness" des Braunschweiger TSC am 28. Oktober 2017 im Steigenberger Parkhotel Braunschweig Foto: Frank Rieseberg

Felicitas Voss (vorne links) mit ihren Teamkollegen bei der Präsentation der neuen Kür „Light and Darkness“ des Braunschweiger TSC . Foto: Frank Rieseberg

Es ist die 15. Choreographie von Rüdiger Knaack, mit der der BTSC zur Weltmeisterschaft antritt. Die Musik dazu, eine Verbindung von Metal und Symphonic, basiert auf einem Werk der niederländischen Band „Within Temptation“, bei dem die feine Stimme der Sängerin mit den Drums und E-Gitarren in einen starken Kontrast tritt. Musiker der Münchener Philharmonie spielten das Lied extra für den Braunschweiger TSC ein, denn: „Der Tanz muss perfekt mit der Musik harmonieren“, erklärt Rüdiger Knaack. Emotionen sind für ihn besonders wichtig. Damit die Tänzer diese voll entfalten können, müssen sie die Musik fühlen, über einzelne Schritte dürfen sie dabei nicht mehr nachdenken. Auch deshalb sind seine Trainings manchmal kein Zuckerschlecken. Er weiß aber: „Wenn sie die Choreografie beherrschen, können sie frei tanzen“ – und das ist es, was den BTSC im Tanzsport so erfolgreich macht.

Der begehrte Weltmeisterschaftspokal 2017. Foto: BSM

Der begehrte Weltmeisterschaftspokal 2017. Foto: BSM

Bereits zehn Mal ertanzte das Team des BTSC den Weltmeisterschaftspokal. Zuletzt hat die A-Formation mit ihrer Kür „In constant touch“ diverse Erfolge gefeiert, unter anderem den Vize-Weltmeistertitel. Bei der kommenden Weltmeisterschaft möchte sie mit ihrer neuen Kür den Weltmeisterschaftspokal erneut in die Löwenstadt holen. Bei der Ballnacht des BTSC Ende Oktober stellte das Team die neue Kür „Light and Darkness“ zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor – das Publikum belohnte es mit großem Beifall. Die Tänzerinnen und Tänzer waren angesichts ihres harten Trainings erleichtert, dass sie so gut ankam.

Nun steigt die Vorfreude auf den großen Auftritt bei der Weltmeisterschaft. Gegen 17 Teams aus zehn Nationen von Tschechien über die Niederlande oder Belgien wollen sich die Braunschweiger am 25. November durchsetzen. Spannend wird es also auf jeden Fall auch für die 4.000 Tanzfans, die in der Volkswagen Halle mitfiebern werden. Und auch ich drücke dem BTSC natürlich ganz fest die Daumen: Viel Erfolg bei der WM!

Die Weltmeisterschaft im Veranstaltungskalender

Zur Internetseite des BTSC

Titelbild: Die Kür-Präsentation von „Light and Darkness“ des Braunschweiger TSC bei der Ballnacht am 28. Oktober 2017 Braunschweig. Foto: Frank Rieseberg

Kommentar zu “Tanzen zwischen Licht und Dunkelheit

  1. Manorainjan sagt:

    Interessant und gut geschrieben. :-)
    Ich wusste bisher nicht, dass in Braunschweig auf Weltklasseniveau getanzt wird.

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