Wo liegt eigentlich Stiddien?

Grauer Himmel, kalter Wind und ganz viel Regen: Der Sommer zeigt sich in diesem Jahr nicht gerade von seiner besten Seite. Ich versuche deswegen, die wenigen schönen Tage so gut es geht zu nutzen. Die Sonne zeigt sich am Himmel? Na dann los! Sonnenbrille rausholen, Kleidchen anziehen und ab in den Park! Oder aber: rauf auf’s Rad und ab nach … Ja, wohin nur?

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Auf geht es durch den Bürgerpark in Richtung Südsee. Foto: BSM

So sitze ich abfahrbereit mit Helm und Fahrradschloss in der Hand über eine Karte gebeugt und weiß nicht so recht, wohin meine Feierabendtour gehen soll. Einfach drauf los radeln kommt für mich nicht in Frage. Ich benötige schon ein richtiges Ziel. Also schließe ich die Augen und tippe mit dem Zeigefinger auf einen beliebigen Punkt der Karte. Das Schicksal hat entschieden, ich fahre nach Stiddien!

Stiddien, werden sich jetzt einige fragen, wo ist denn das? Der Ort liegt im Südwesten des Stadtgebietes, hat etwa 200 Einwohner und ist damit das kleinste Dorf Braunschweigs. Da es vom Stadtzentrum aus bis nach Stiddien aber nur etwa acht Kilometer sind, entscheide ich mich, einen kleinen Bogen zu fahren. Ich starte in Richtung Volkswagenhalle und durchquere den Bürgerpark, vorbei am Steigenberger Parkhotel und der Okercabana. Entlang der Eisenbütteler Straße geht es in den Richmond Park.

Schloss Richmond. Foto: BSM

Ich halte kurz an, um das malerische Schloss Richmond zu betrachten. Hoheitlich steht es auf einem Hügel, umgeben von sattgrünen Bäumen. Dem Schloss gegenüber liegt der Spielmannsteich mit dem schattenspendenden Pavillon.

Weiter entlang grüner Wiesen führt mein Weg mich zum Südsee. Der Holzsteg am See lädt zu einer Pause ein. Ein paar Enten genießen hier die Sonnenstrahlen und einige Segelboote warten darauf, bald wieder in See zu stechen. Ein etwa 3,3 Kilometer langer Weg rund um den See lädt zum Spazieren und Joggen ein.

Die Segelschiffe am Südsee sind ein tolles Fotomotiv. Foto: BSM

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Ein Holzsteeg führt über den Südsee. Foto: BSM

Ich fahre vorbei am See in Richtung Rüningen. Von hier geht es durch Geitelde und einen Weg entlang weitläufiger Felder nach Broitzem.

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Fast geschafft! Foto: BSM

Der Weg führt entlang vieler Felder. Foto: BSM

Wenige Minuten später bin ich an meinem Ziel angekommen. 12 Kilometer Wegstrecke habe ich insgesamt zurückgelegt. Stiddien ist ein Ort wie aus einem Bilderbuch. Das Dorf strahlt eine wundervolle Ruhe aus, die Uhren scheinen sich hier langsamer zu drehen, kein Auto ist weit und breit zu sehen. Malerische, alte Gebäude prägen das Ortsbild, in den Gärten stehen bunt blühende Pflanzen. Die Dorfstraße ist ringförmig und umschließt den Ortskern mit Kirche, Friedhof, drei großen Bauernhöfen und einigen Wohnhäusern.

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Alte Höfe und Gebäude prägen das Ortsbild. Foto: BSM

Es sind wirklich nur ein paar wenige Wohnhäuser, aufgrund der Größe von Stiddien wird es auch liebevoll „Fünfhausen“ genannt. Die Dorfkirche von Stiddien ist im Jahr 1142 erbaut worden und mit ihren etwa 70 Plätzen eine der kleinsten in Braunschweig – passend zum kleinesten Dorf der Löwenstadt. Mein Weg führt mich weiter zu einem Spielplatz und zu einer Sitzgruppe am Dorfrand mit Blick auf die umliegenden Felder. Die Landwirtschaft spielt hier nämlich eine große Rolle, schließlich gibt es in Stiddien äußerst fruchtbaren Ackerboden – wie ich dank meiner Recherche weiß.

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In Stiddien reihen sich zahlreiche schöne Fachwerkhäuser aneinander. Foto: BSM

Ich genieße eine Weile die Ruhe und Idylle um mich herum, bis sich der Himmel zuzieht und ein kalter Wind aufkommt, der mich dazu zwingt, diese kleine Ruhe-Oase wieder zu verlassen. Auf direktem Wege geht es für mich durch die Weststadt zurück in das Stadtzentrum.

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