Volle Kraft voraus

Dunkelgrüne große Einsenbahnwaggons begrüßen die Besucher am Eingang. des Lokparks Foto: BSM

Dunkelgrüne große Einsenbahnwaggons begrüßen die Besucher am Eingang. des Lokparks Foto: BSM

Schon beim Betreten des Lokpark-Geländes bin ich beeindruckt von den alten, dunkelgrünen Waggons, die für die Gäste sozusagen Spalier stehen. Zu meiner rechten Seite erstreckt sich eine alteMauer aus roten Backsteinen und auf dem gepflasterten Weg vor mir kann ich die Licht- und Schattenmalerei der großen Bäume sehen, die sich überall auf dem Gelände befinden. Ich treffe Frank Hünken, der erster Vorsitzender des Vereins Braunschweiger Verkehrsfreunde e. V. (VBV) ist.

„Wir sind eigentlich ein Verein, der sich um die Restauration von alten Dampflokomotiven kümmert“, erzählt mir Frank Hünken. Das 28.000 Quadratmeter große Gelände, auf dem sich die Schätze des VBVs befinden, ist ein ehemaliges Eisenbahnausbesserungswerk und gehört der Deutschen Bundesbahn. Der Verein hat das Gelände gepachtet und sich damit auch verpflichtet, sich um die Instandhaltung des Geländes zu kümmern. Während mir Frank Hünken einen Überblick über das Gelände gibt, stößt Carsten Müller zu uns, der sich im Lokpark um die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen kümmert. Zu dritt machen wir uns auf zu einem Rundgang durch den Lokpark.

Überall gibt es für mich etwas zu entdecken – sei es eine alte Telefonzelle, das Hinweisschild zum Fahrkartenschalter oder die verschiedenen Signalzeichen zwischen den Bäumen. All diese Dinge machen den Lokpark zu einem verwunschenen Ort und zugleich authentisch, denn das Gelände ist ein Freilichtmuseum für Eisenbahn-Fans. Sogar einen Bahnhof gibt es, an dem eine kleine Dampflok die Besucher zu einer Fahrt über das Gelände abholt. Die Eisenbahn ist ein originalgetreuer Nachbau im Verhältnis 1:10, wie ich erfahre. Frank Hünken zeigt mir einen kleinen sonnigen Grillplatz, der für Kindergeburtstage, Grillfeste und andere Outdoor-Veranstaltungen genutzt wird. Viel schöner als in der Abenddämmerung zu sitzen, dem Tuckern der Dampflok zu lauschen und zu grillen, kann man einen Sommerabend doch kaum ausklingen lassen.

Dass der Verein sein Gelände seit einiger Zeit auch für Veranstaltungen und Feste zur Verfügung stellt, hat zwei Gründe: Einerseits gab es in der Vergangenheit immer wieder Anfragen, eine Veranstaltung im Lokpark durchzuführen. Andererseits ist die Restauration von alten Dampflokomotiven sehr kostspielig und kann schnell viele zehntausend Euro kosten, weshalb der Verein mit der Vermietung seine Kasse etwas aufbessern möchte. Mir gefällt die Idee, auf dem alten Eisenbahngelände eine Veranstaltung durchzuführen, sehr gut. Die vielen Bäume, die Rasenflächen und die alten Eisenbahnen und Wagen – das hat ein bisschen was vom wilden Westen.

Während einer Veranstaltung im Lokpark. Foto: meetCon–Veranstaltungs-GmbH

Während einer Veranstaltung im Lokpark. Foto: meetCon–Veranstaltungs-GmbH

Vom sonnigen Außenplatz betreten Frank Hünken, Carsten Müller und ich das Herzstück des Geländes, die große, schattige Lokhalle. Zunächst präsentieren mir die beiden Eisenbahn-Fans natürlich ihre größten Schätze, wie zum Beispiel eine Güterzug-Tenderlok C n2t (eine Übersicht der Lokomotiven gibt es hier). Ganz schön eindrucksvoll, neben einem solch mächtigen Gefährt zu stehen. Zu meiner Freude erlauben die beiden mir, einmal die Lok empor zu klettern und sie von innen anzuschauen (Ruß an den Händen inklusive :-) ).

Das hat Charme: In der alten Lokhalle sind noch Schienen im Boden zu sehen. Foto: BSM

Das hat Charme: In der alten Lokhalle sind noch Schienen im Boden zu sehen. Foto: BSM

Am anderen Ende der Halle befindet sich eine freie Fläche. Dies ist das Reich von Carsten Müller, denn hier finden verschiedenste Veranstaltungen statt. Mit Bestuhlung bietet sie Platz für bis zu350 Personen, ohne Bestuhlung passen bis zu 900 Personen hinein. Backsteinwände, alte Gleise, die noch am Boden liegen und natürlich die Lokomotiven im Hintergrund: Die Lokhalle hat einen einmaligen Charme. Ich würde behaupten, dass man kein ausgewiesener Eisenbahnkenner sein muss, um sich davon beeindrucken zu lassen. Carsten Müller erzählt mir, dass in der Halle eine kleine Küche für einen Getränkeausschank vorhanden ist, für ein richtiges Catering müsse man allerdings einen externen Dienstleister hinzuziehen. Wichtig zu wissen ist auch, dass die Lokhalle in der Regel nur von Mitte März bis Ende Oktober gemietet werden kann, weil es in der übrigen Zeit dort zu kalt ist.

Dieser alte Waggon ist eine Hommage an das lokale Hofbrauhaus. Foto: BSM

Dieser alte Waggon ist eine Hommage an das lokale Hofbrauhaus. Foto: BSM

Doch nicht nur die Lokhalle kann gemietet werden, sondern auch einige der vielen Wagen, die auf dem Gelände stehen. Je nach Wunsch mit Holzbänken,eingebauter Bar oder sogar Lokführer, denn mit den alten Fahrzeugen kann man sich sogar durch die Region und bis nach Hamburg fahren lassen. Volle Kraft voraus, kann ich da nur sagen!

Informationen:

Verein Braunschweiger Verkehrsfreunde e. V.
Schwartzkopffstraße 3 (vormals Borsigstraße 2A)
38126 Braunschweig

Die Öffnungszeiten des Lokparks richten sich nach den dort stattfindenden Veranstaltungen, die im Terminkalender eingesehen werden können.

Telefon: 0531-264034-0
www.eisenbahnerlebnis.de

Beitragsbild: Hier geht’s in den Lokpark. Foto: BSM

Hinterlassen Sie einen Kommentar

© Braunschweig Stadtmarketing GmbH (BSM)