Auf zu neuen Ufern

Leinen los! 102 Meter Länge, eine Ladefläche von 550 Quadratmetern und 25 außergewöhnliche Exponate: Schon seit über 15 Jahren schippert das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft durch die Gewässer Deutschlands und die geladene Fracht ist kostbar: jede Menge Wissen nach dem Prinzip „Erleben.Erlernen.Gestalten“. Vom 08. bis 10. Juni ankert das Ausstellungsschiff bei uns im Braunschweiger Hafen. Was Besucher in diesem Jahr dort alles entdecken können, habe ich für Sie schon herausgefunden.

Die MS Jenny

Eröffnung der MS Wissenschaft 2018 Arbeitswelten der Zukunft

Das 102 Meter lange Ausstellungsschiff ankert auf seiner Tour in vielen Städten. Foto: Ilja Hendel/WiD

Warum eigentlich ein Schiff? Dorothee Menhart, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Wissenschaft im Dialog gGmbH, erklärt mir die Idee dahinter: „Auf dem Wasser sind wir zeit- und ortsunabhängiger. Eine Wanderausstellung braucht normalerweise viel Platz und muss immer wieder neu auf- und abgebaut werden, was mit hohen Kosten verbunden ist. Mit dem Wissenschaftsschiff können wir auch mal nur für zwei bis drei Tage an einem Ort ankern und so viele Städte, auch kleinere, in kurzer Zeit besuchen.“ Begleitet wird die Ausstellung von sogenannten Lotsen, jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die immer im Zweiwochentakt eine Schicht auf der MS Wissenschaft übernehmen. „Die zwei Wochen sind sehr anstrengend für unsere Lotsen, weil sie während der kompletten Zeit auf dem Schiff wohnen, in Kajüten schlafen und tagsüber die Ausstellung betreuen. Ihr gemeinsamer Wohnraum ist sehr begrenzt. Deshalb wechseln sich die Teams über die gesamte Tourlänge immer ab.“ Für Besucher und Schulklassen bieten die Lotsen auch Führungen an, zweimal am Tag, immer um 11:00 und um 17:00 Uhr.

Eröffnung der MS Wissenschaft 2018 Arbeitswelten der Zukunft

Die Lotsen begleiten Besucher durch die Ausstellung und erklären die verschiedenen Exponate. Foto: Ilja Hendel/WiD

Früher hat das Binnenfrachtschiff MS Jenny im Winter noch Kohle und Container transportiert und nur im Sommer die Ausstellung durch die Gewässer gefahren. Mittlerweile ist es aber von seinem Winterdienst befreit und steht der Wissenschaft ganzjährig zur Verfügung.

Ein Blick in die Zukunft

In diesem Jahr dreht sich auf der MS Wissenschaft alles um das Thema „Arbeitswelten der Zukunft“, die Ausstellung orientiert sich damit immer am aktuellen Thema des Wissenschaftsjahres. Schon seit 2000 rufen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und Wissenschaft im Dialog gemeinsam die Wissenschaftsjahre aus, die immer unter einem neuen Forschungsthema stehen, das gerade gesellschaftlich relevant ist. Mit diesem Projekt möchten sie allen Interessierten ermöglichen, sich zu informieren, zu diskutieren und genauere Einblicke in die Forschung zu erhalten.

Das diesjährige Thema „Arbeitswelten der Zukunft“ soll Möglichkeiten aufzeigen, wie sich das Arbeitsumfeld durch Digitalisierung und weitere Einflüsse verändert und welche Chancen und Herausforderungen sich daraus entwickeln könnten. Wie verändern neue Technologien Fabrikhallen und Büros? Welche Berufe wird es noch geben? Wie kann ich mich an die veränderten Arbeitsbedingungen anpassen? „Niemand weiß, wie wir in zehn bis zwanzig Jahren arbeiten werden, auf dem Schiff geben wir aber Denkanstöße und Raum für das Finden von Antworten auf diese Fragen“, erklärt mir Dorothee Menhart.

Experimente zum Anfassen

Interaktion wird bei der Ausstellung der MS Wissenschaft großgeschrieben. Die 25 Exponate, die von großen deutschen Forschungsinstituten eigens für die Ausstellung konzipiert wurden, laden Groß und Klein zum spielerischen Erforschen ein.

Eröffnung der MS Wissenschaft 2018 Arbeitswelten der Zukunft

Durch die Datenbrille können die Besucher schon jetzt die Zukunft sehen. Foto: Ilja Hendel/WiD

Ein Highlight der diesjährigen Tour ist eine Datenbrille, durch die Kinder und Jugendliche gezeigt bekommen, wie Pakete und Päckchen umweltschonend verpackt werden können. So können sie das Zusammenspiel von Mensch und Technik testen. „Diese Brille soll in Zukunft als technisches Hilfsmittel in Logistikunternehmen eingesetzt werden und befindet sich zurzeit noch in der Probephase“, erklärt mir Dorothee Meenhart.

Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist der sogenannte „Cyberkicker“ bei dem im Gegensatz zum normalen Tischkicker ein Virenprogramm gegen einen fiesen Trojaner spielt und so vor allem junge Besucher auf die Gefahren des Internets aufmerksam machen soll. Für noch mehr Spielspaß sorgt eine Runde Teamwork-Tetris, bei der die Spieler mit Hilfe von schneller Reaktionsfähigkeit und guter Abstimmung ihre Teamfähigkeit auf die Probe stellen können.

Eröffnung der MS Wissenschaft 2018 Arbeitswelten der Zukunft

Der Cyberkicker zeigt spielerisch die Gefahren von Computerviren auf. Foto: Ilja Hendel/WiD

Der Mensch im Fokus

Besonders für ältere Besucher dürfte der Themenblock Arbeit und Gesundheit interessant sein, der sich mit wichtigen Punkten des Arbeitsalltags auseinandersetzt. „Die Besucher können hier zum Beispiel unsere besonderen Hocker testen, die signalisieren, wann man eine gesunde Sitzhaltung eingenommen hat. Mit den Sensoren in den Kissen kann auch ein virtuelles Pingpong-Spiel gespielt werden.“ Auch Strategien gegen Stress, das Alt werden im Job und die Auswirkung von Lärm auf die Konzentration werden hier interaktiv thematisiert.

Nach allen Erkenntnissen aus Technologie und Gesundheit können die Besucher sich dann auch noch an einigen Punkten der Ausstellung persönlichen Zukunftsfragen stellen: Wie will man selber später arbeiten, wie viel Arbeitszeit investieren? „Einige Stationen unserer Ausstellung sollen helfen, die eigenen Ziele für die Zukunft zu definieren und diese Fragen zu beantworten.“ So können sich zum Beispiel Jugendliche über Berufe mit guten Zukunftschancen informieren, ihre Zukunftswünsche definieren und mit anderen vergleichen. An einer Fotostation kann dann das zukünftige Ich kreativ gestaltet und für ein Erinnerungsfoto genutzt werden.

Eröffnung der MS Wissenschaft 2018 Arbeitswelten der Zukunft

Am Ende der Ausstellung können eigene Zukunftswünsche formuliert werden. Foto: Ilja Hendel/WiD

Falls Sie nun neugierig geworden sind und jetzt mit der MS Wissenschaft zu neuen Ufern aufbrechen möchten, können Sie vom 8. bis 10. Juni im Hafen Braunschweig an Bord gehen. Besonders empfohlen ist der Besuch für Kinder ab zwölf Jahren, einige Ausstellungsstücke sind aber auch für jüngere Besucher geeignet. Übrigens: Der Eintritt ist kostenlos!

Für alle, die sich gerne noch intensiver mit dem Thema „Arbeitswelten der Zukunft“ beschäftigen möchten, bietet die MS Wissenschaft am 9. Juni ein Bar Camp zum Thema „Future Works“ im Haus der Wissenschaft an, für das Sie sich noch bis einschließlich 6. Juni online anmelden können.

Informationen

MS Wissenschaft
Station: Braunschweig
08.06. bis 10.06.2018
Hafen Braunschweig-Veltenhof, Hafenstraße

Öffnungszeiten

Freitag, 08.06., 10:00–19:00 Uhr
Samstag, 09.06., 10:00–19:00 Uhr
Sonntag, 10.06., 10:00–19:00 Uhr

Titelbild: Die MS Wissenschaft bricht zu neuen Ufern auf und wird auch in Braunschweig vor Anker gehen. Foto: Ilja Hendel/WiD

Kommentar zu “Auf zu neuen Ufern

  1. Manorainjan sagt:

    „Die Besucher können hier zum Beispiel unsere besonderen Hocker testen, die signalisieren, wann man eine gesunde Sitzhaltung eingenommen hat. Mit den Sensoren in den Kissen kann auch ein virtuelles Pingpong-Spiel gespielt werden.“

    Bei diesen Hockern handelt es sich praktisch um 2-Wege-Joysticks, mit denen man ein Pong-Spiel steuert. Das Spiel ist keineswegs virtuell. Und diese Hocker signalisieren auch in keiner Weise irgendwas. Das ganze hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Weder Pong noch dynamisches Sitzen sind neu.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Pong
    https://www.youtube.com/watch?v=pYi8Qx-BJV4

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