8 Dinge, die Sie über den Karneval wissen müssen

Brunswiek Helau! Die Löwenstadt ist im Karnevalsmodus und die ersten Sitzungen und Karnevalspartys wurden schon gefeiert. Nicht mehr lange, dann steht auch der Höhepunkt der Karnevalssaison, der große Schoduvel am 3. März, vor der Tür. Damit Sie auf der närrischen Sause Ihre Freunde und Bekannten mit ihrem karnevalistischen Wissen mal so richtig beeindrucken können, verraten wir Ihnen heute acht spannende Fakten über den Karneval, die Sie bestimmt noch nicht kannten!

Wussten Sie, …

… warum Karneval nie am gleichen Datum gefeiert wird?

Die Karnevalssession, auch fünfte Jahreszeit genannt, ist der Zeitraum, in dem die Narren in Braunschweig und dem gesamten Land ihre bunten und fröhlichen Veranstaltungen feiern. Traditionell beginnt sie am 11. November eines jeden Jahres und endet am Aschermittwoch des darauffolgenden Jahres. Da der Aschermittwoch aber ein bewegliches Datum ist, der an das Osterfest gekoppelt ist, ist auch die Karnevalssession jedes Jahr unterschiedlich lang. Ist das Osterfest also erst spät, ist die Karnevalssession besonders lang – ist es früh, ist die Session besonders kurz.

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Fröhliche Karnevalszeit: Vom 11.11. bis Aschermittwoch wird in der Löwenstadt viel gefeiert und gelacht. Foto: BSM/Daniel Möller

… was der Begriff Schoduvel bedeutet?

Der Name unseres Karnevalsumzuges stammt wohl aus vorchristlicher Zeit, von einem Fest zur Wintersonnenwende. Die Bürger vertrieben damals mit viel Lärm und gruseligen Verkleidungen die bösen Geister aus der Stadt. Der Wortteil „Duvel“ steht dabei für den Teufel und „Scho“ für “ „scheuchen“. Schoduvel bedeutet also richtig übersetzt: „Das Scheuchen des Teufels“ oder „Scheuchteufel“.

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Der böse Scheuchteufel darf beim großen Karnevalsumzug natürlich nicht fehlen. Foto: Michael Völkel

… dass der Braunschweiger Karneval älter als der Kölner ist?

Bereits im Jahr 1293 wurde der Braunschweiger „Schoduvel“, ein früher Fastnachtsspaß, in den Geschichtsbüchern der Stadt erwähnt. Der Kölner Karneval hingegen ist erst seit dem 5. März 1341 offiziell bekannt. 1872 wurde dann in Braunschweig der erste Karnevalsverein, die Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 e. V., gegründet. Mittlerweile gibt es sogar drei große Karnevalsvereine in der Löwenstadt, die jährlich mit ihren bunten Veranstaltungen viele Närrinnen und Narren begeistern.

… was ein „Stippefötche“ ist?

Die Funkengarde der Karneval Vereinigung der Rheinländer lebt in Braunschweig die fast 200 Jahre alte Tradition der Karnevalsgarden. Als Persiflage auf das Militär traten schon in den 1820ern uniformierte Herrengarden beim Straßenkarneval in Köln auf. Mittlerweile gibt es in den Karnevalshochburgen viele verschiedene Garden, seit 1947 auch weibliche Tanzgarden. Das Tanzbein schwingt die Funkengarde der Karneval-Vereinigung der Rheinländer e. V. in Braunschweig ebenfalls. Der Höhepunkt ihres Auftrittes ist deshalb immer der „Stippeföttche-Tanz“, ein traditionelles Ritual der Kölner Garden. Der Begriff Stippeföttche setzt sich aus den Worten „Föttchen“ für Po und “erusstippt“ für herausgestreckt zusammen. Beim Stippeföttche-Tanz stellen sich nämlich immer zwei Gardisten mit dem Rücken zueinander, gehen auf Kommando leicht in die Knie, halten ihr Gewehr (die „Knabüs“), strecken ihren Po heraus und bewegen ihn zum Takt der Musik hin und her, das nennt sich übrigens „Wibbeln“.

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In der Löwenstadt wibbeln die Roten Funken der Rheinländer nach Kölscher Tradition. Foto: Stadt Braunschweig/ Daniela Nielsen

… dass nicht alle Tänzerinnen im Karneval Funkenmariechen sind?

Genau genommen gibt es das Funkenmariechen nur bei der Funkengarde – in Braunschweig zum Beispiel bei den Roten Funken. Historisch geht die Figur des Funkenmariechens auf die Marketenderinnen zurück, die im Dreißigjährigen Krieg mit den Soldaten umherzogen. In manchen Karnevalsgesellschaften heißen die Mariechen deshalb auch heute noch Regimentstochter. Alle anderen Solotänzerinnen im Karneval werden offiziell Tanzmariechen genannt. Sollten mehrere Tänzerinnen und Tänzer zusammen auf der Bühne stehen spricht man von einer weiblichen oder gemischten Tanzgarde.

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Ein richtiges Funkenmariechen gibt es nur bei der Funkengarde. Foto: Michael Völkel

… wer 1923 Braunschweiger Karnevalsprinz war?

Robert Jacobs war der erste Karnevalsprinz in Braunschweig. Nicht ein Jahr, wie heute üblich, sondern ganze zehn Jahre, von 1923 bis 1932/33 hielt er das Zepter in der Hand. Zeitgleich war er auch Präsident der Karnevalsvereinigung der Rheinländer e. V., die sich nur ein Jahr zuvor, im Jahr 1922, gegründet hatte. Nach ihm gab es aufgrund der politischen Lage in Deutschland lange keinen Prinzen. Erst nach dem Krieg, in der Session 1949/50 übernahm Albrecht Aldehoff erstmals wieder die Rolle. Noch bis heute stellen die Rheinländer traditionell den Karnevalsprinzen der Stadt Braunschweig. In diesem Jahr hat zum vierten Mal Clemens Backhaus als Prinz Clemens der IV. die Ehre. Hier finden Sie eine Übersicht aller Karnevalsprinzen der Stadt Braunschweig.

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Prinz Detlef I. hatte im letzten Jahr viel Spaß in seiner Rolle als Karnevalsprinz. Foto: Siegfried Nickel

… was Prinzensud ist?

„Braunschweig ist schöner als Hannover, denn in Hannover, da braut man keinen Prinzensud“, singen die Burgsänger in einem ihrer bekanntesten Lieder. Aber was macht diesen besungenen Prinzensud eigentlich so besonders? Ganz einfach, die Exklusivität: Das karnevalistische Bier stammt aus dem Hofbrauhaus Wolters und wird nur während der Karnevalssession, vom 11.11. bis Aschermittwoch, verkauft. Vor 36 Jahren wurde das alkoholhaltige Malzgetränk von Braunschweiger Karnevalisten und den Wolters Braumeistern gemeinsam entwickelt und darf seitdem auf keiner Karnevalsparty fehlen. Traditionell wird das erste Fass Prinzensud immer bei der Sessionseröffnung auf dem Kohlmarkt vom neuen Karnevalsprinzen angestochen und dann auch an das närrische Volk ausgeschenkt.

… dass es in Braunschweig zwei Dreigestirne gibt?

Das allseits bekannte Braunschweiger Dreigestirn besteht in jedem Jahr aus dem Prinzen, dem Bauern und dem Till. Gemeinsam zeigen sich die Drei auf den Karnevalsveranstaltungen der Löwenstadt. Beim großen Karnevalsumzug gibt es aber noch ein weiteres Dreigestirn zu sehen, nämlich das historische. Es besteht aus dem Schoduvel, dem Erbsenbär und dem Frühling. Der Schoduvel ist dabei eine Teufelsgestalt mit furchterregender Holzmaske und einem Filzhut, die während des Umzugs von Hexen mit ihren Besen vertrieben wird. Daneben läuft der geschichtlich überlieferte Erbsenbär, ein in Erbsenstroh gewickelter Bär, der von Mägden an einem Strick durch die Straßen geführt wird. Die dritte Figur im Bunde ist der Frühling, den die Jecken nach dem Verscheuchen des Schoduvels freudig empfangen. Er wird von einer Frau im Blumenkleid und kleinen Maiglöckchen-Kindern dargestellt.

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Das traditionelle Dreigestirn besteht in Braunschweig aus dem Bauern, dem Prinzen und dem Till. Foto: Siegfried Nickel

Noch mehr Spannendes über den Braunschweiger Karneval können Sie hier nachlesen.

Gehen Sie am 3. März auch zum großen Schoduvel? Alle Informationen zu Norddeutschlands größtem Karnevalsumzug finden Sie hier.

Titelbild: Über vier Stunden schlängelt sich der Schoduvel am 3. März durch die Löwenstadt. Foto: Michael Völkel

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